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Nebel, Thau, Regen 667
»ach dem Meere hin in einen Zustand äußerster Trockenheit versetzt werden, sodaß sie alsbald»tcht mehr im Stande wären, auch nur die dürftigste Vegetation zu ernähren.
Nebel, Thau und Regen sind nun die Formen, unter denen sich das Wasser im flüssigen Zu-' andx aus der Luft wieder ausscheidet. Häufig geschieht aber die Abscheidung auch gleich im festen"»stände und wird dann, je nach den llmständen, Rauchfrost, Reif oder Schnee genannt. Letztere'»»rden in einem besondern Artikel Besprechung finden.
Der Nebel entsteht, wenn eine mit Wasserdampf gesättigte Luft sich plötzlich abkühlt. Dies'a>m entweder durch Wärmeausstrahlung oder durch Zufluß eines kältern Luftstroms geschehen.* beiden Fällen tritt der flüssig gewordene Wasserdampf in Form sehr kleiner hohler Bläschen,^lche man mikroskopischen Seifenblasen vergleichen könnte, auf. Diese schweben in der Lust, daf im Verhältniß zu ihrer sehr geringen Masse eine große Oberfläche haben und infolge desLuftwiderstandes nicht sinken können, obgleich sie specifisch schwerer sind als die Lust. Wenn^oße Nebelmassen sich zusammenhäufen und emporsteigen, so bilden sie Wolken, welche je nach'fiter äußern Formation verschiedene Namen erhalten. In diesen Wolken ballen sich die BläschenEinählich dichter und dichter aneinander, und wenn nicht Umstände eintreten, welche eine aber-malige Auflösung der Wasserbläschen zu Dunst veranlassen, so vereinigen sich immer mehr ber-eden anfangs zu größern Bläschen und schließlich zu kleinen Tropfen, welche nun nicht mehr. bl sind und infolge dessen auch von der Luft nicht mehr getragen werden können; sie fallen»ftuieder und bilden den Regen. Der Thau hat eine ganz andere Entstehungsursache. ImDeutlichen Sinne des Wortes nennt man nämlich Thau nur den flüssigen Ueberzug au der^tdoberflüche, welcher sich meistentheils früh und abends, überhaupt in den Nachtstunden bildet,p die Thaubildung ist eine gewisse Bedingung geknüpft. Vor allen Dingen muß der warme^tdbvden, über welchem sich eine verhültnißmäßig starke, mit Wasserdampf beladene Luft befindet,u kurzer Zeit Abkühlung erleiden, sodaß zwischen seiner Temperatur und der Temperatur der Lust'» beträchtlicher Unterschied herrscht. Diese Abkühlung aber ist nur dann möglich, wenn dieibrend des Tags von der Sonne ausgestrahlte Wärme sich nach Sonnenuntergang wieder durch'uctstrahlung von dem Erdboden entfernen kann, und dies tritt wiederum nur bei heiterm Him-ßlü C ' n ’ diesem Falle nämlich ist die Wärmestrahlung eine äußerst schnelle und kräftige, sodaß^ b»r Boden in wenigen Stunden um viele Grade abkühlen kann. Die Strahlen durchdringenheitere Luft, ohne dieselbe weiter zu erwärmen, und verschwinden im Wolkenraume, sodaß sie■ ^ blc ^rde für immer verloren sind. Die Abkühlung erfolgt so rasch, daß dieselbe sich nur denjJ tunteT )l»n Luftschichten mittheilen kann. Diese, welche viel Wasserdampf enthält, muß den-p ^er abgeben, und das flüssige Wasser setzt sich nun sofort in Form von Tröpfchen auf^ Oberfläche der Erde ab, bildet also nicht wie beim Nebel erst Bläschen, welche in der Luft»id* - §' eT ' n beruht der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Naturerscheinungen, welcher!»b r^^tcn übersehen wird. Natürlich tritt bei der Thaubildung häufig auch Nebclbilduug auf;^- n ®Wtid) die Abkühlung der Luft sich immermehr nach oben verbreitet, so wird sich dannjjj,. biescn vom Erdboden entferntern Luftschichten ebenfalls ein Theil des Wasscrdampfes aus-^?>ben müssen, und da dieser sich nicht unmittelbar an der Erdoberfläche ablagern kann, so treten^ »orher erwähnten Bläschen auf. Nebelbildung ist daher in vielen Fällen ein Begleiter der?»ubildung, aber keineswegs für dieselbe nothwendig. Daß in der That die WärmeausstrahlungJ Bodens die einzige Ursache der Thaubildung ist, ist durch Versuche hinreichend nachgewiesentj^n. Man hat nämlich an heitern Sommerabendcn, wo voraussichtlich eine Thaubildung ein-V* wußte, auf einem freien Platze ein Dach errichtet, welches nur von einzelnen Stützen ge-wurde, sodaß eine Comnmnication der Luft unterhalb desselben mit der umgebenden Luft«int stU§ 'ncht behindert war. Es hat sich nun gezeigt, daß die Thaubildung gerade nur so weitta' H als der Erdboden nicht bedeckt war, während unterhalb des Daches die Oberfläche trockentC; Man hat übrigens häufig Gelegenheit, Beobachtungen dieser Art zu machen. So z. B.
^ "»ter Bäumen wenig oder gar nicht, in Lauben ebenfalls nicht, während in unmittel-ez^.dlähe derselben starke Thaubildung eintritt. Hierin nun liegt auch der Grund, weswegenbs bedecktem Himmel nicht thauen kann. Eine Wolkendecke übt eine ganz ähnliche Wirkunglvlches Dach. Die Wärmestrahlung des Erdbodens muß auch bei bedecktem Himmel na-gx-w ebenso gut eintreten wie beim heitern; allein die Strahlen werden von den Wolken auf-unb zum großen Theile wieder weflectirt, sodaß infolge dieser Ausstrahlung keine hin-starke Abkühlung eintreten kann. Wenn nian daher sagt, es könne nur thauen, wennwnd scheint, so ist dies eine auf ungenügende Beobachtung sich stützende Behauptung. Aller-