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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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725
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Oblaten 725 .

frei. Die Fäden sind breit, ost mit Anhängseln über dem Staubbeutel, welcher zweifächerig,nach innen aufspringend mit parallelen Fächern. Fruchtblätter sind viele, wirtelig miteinanderund dem Blütenboden zu vielfächerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Samenknospen sind ana-lrop und stehen auf den Wänden der Früchte. Die Griffel in einer strahligen, schildständigenNarbe vereinigt, sitzend oder gestielt. Die Frucht ist beerenartig und besteht aus Blütenboden,Frucht und Narbe. Sie ist innen breiig und öffnet sich meist durch Faulen nach den Fächern.Die zahlreichen Samen meist im Fruchtbrei. Der gerade Keimling in einem besonderen Säckchenaußerhalb des Eiweißes. Die Kotyledonen sind dick, das Würzelchen kurz und abgestumpft. DieSeelilien oder Nixblumen oder Wasserlilien sind selbst bei uns, aber über die ganze Erde zer-streut und bieten treffliche Zierden der langsam fließenden oder stehenden Gewässer. In derNeuzeit hat mau auch besondere Gewächshäuser für Wasserpflanzen, wo man schöne Arten, wiedie purpurne indische Nymphaea rubra und die blauen afrikanischen Arten zieht. Die Seerosen,Nymphaea 8m., Haben krautige, vierblätterige Kelche, länglich-spitze Blumenblätter ohne Honig-gruben, die Staubgefäße dem Grunde des Fruchtknotens eingefügt. Die Nuphar 8m. habendagegen blumige, rundliche, fünfblätterigc Kelchblätter, ähnliche Blumenblätter mit Honiggrubenaus Rücken und die Staubgefäße aus Blütenboden. Diese zwei Gattungen bilden die Nuphari-neae. Die Euryaleae haben ein Kelchrohr, welches mit dem Fruchtknoten verwachsen. Zu ihnengehören die berühmten Gattungen Euryale 8alish. und besonders Victoria Lindl. Zu denBarclayaceae gehört die einzige Gattung Barclaya Wall., deren wir gedachten, ein benga-lisches Gewächs.

Einen Anschluß bilden die 8-arracenieas, Sumpfgewächse mit eigenthümlichem röhrigenBlattstiele. (Vgl. Bd. II, S. 274, Fig. d.) Sie haben einblütige oder mehrblütige Jnslore-scenzen. Der Kelch, bald nackt, bald mit einer kleinen dreiblätterigen Hülle, ist vier- bis fünf-blätterig. Die Blätter liegen in der Knospenlage dachziegelig. Die Blumenblätter stehen aufdem Blütenboden, es sind ihrer so viele wie Kelchblätter. Sie sind genagelt. Die unzähligenStaubgefäße haben angewachsene oder bewegliche Staubbeutel. Der Fruchtknoten ist frei, drei-bis fünffächerig, mit zahlreichen innenwinkelständigen anatropen Samenknospen. Der Griffelist kurz und hat eine dreilappige oder eine große blumenblattige schildständige Narbe. Die Kapselspringt wandspaltig auf. Die Samen haben den Keimling am Grunde des Eiweißes. Nur dreiGattungen, Sarracenia L., Darlingtonia Torr., Heliamphora Benth., gehören zu dieser sonder-baren, auf Nordamerika und Guinea beschränkten Familie, die wir erwähnten, weil 8arraeeiiiapurpurea, ein gemeines Sumpfgewächs der Vereinigten Staaten, neuerlich als ein Mittel gegenBlattern empfohlen wurde.

Die Nelumbcmeae haben große habituelle Aehnlichkeit und eine gewisse Verwandtschaft mitden Nymphaeaeeae,

O.

Oblaten sind dünne aus einem Mehlteig ohne Gärung bereitete Kuchen, Ivelche in eine be-stimmte, meist runde Form von Pfennig - bis Thalergröße gebracht werden. Sie dienen haupt-sächlich zum Verschluß von Briefen. Man hat sie in verschiedenen Farben; es ist aber rathsam,dieselben nur weis; zu verbrauchen, da trotz der polizeilichen Ueberwachung bis in die neuesteZeit hinein zu den bunten gar nicht selten Giftfarben angewendet werden. So hat unter anderm^littstein erst ganz neuerlich durch chemische Analysen Folgendes zusammengestellt. In den rothenOblaten ist nicht selten Mennige enthalten (bis zu 42 Proc.); die gelben, von lebhafter citronen-gelber Farbe, haben chromsaures Bleioxyd; die grünen, von dunkelgrasgrüner Farbe, sind mitgrünem Zinnober (chromsaures Bleioxyd und Berlinerblau) gefärbt; die blauen, in den verschie-°°nsten Farben vorkommend, sind meist mit Ultramarin oder Berlinerblau gefärbt, welche beideFarben unschädlich sind. Dagegen findet man in den Hellern Sorten mitunter auch Bleioxyd.

rosarothen, fleischfarbenen, violetten und braunen enthalten nur Spuren von Blei. Es sindahex besonders die blaßblauen, grünen, gelben und rothen sehr bedenklich. So bequem das Ver-schließen der Briefe mittels Oblaten ist, so hat diese Manier doch neuerlich einen bedeutenden