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Egertonianum nannte. Ebensolche Erscheinungen sind sehr oft bei Catasefcum beobachtet, eineramerikanisch-tropischen, sehr verbreiteten Gattung. Ob geschlechtliche Verhältnisse dabei im SpieleUnd, ist noch nicht ganz aufgeklärt.
Ein anderes interessantes Moment ist das der Befruchtung. Oft spielen dabei die Insekten«ne Rolle, das weiß man längst, und es scheint sogar, daß oft die Insekten, welche befruchten,bine Aehnlichkeit mit der Lippe der betreffenden Orchideen haben. Niemand hat diese Wahrheitbitterer erfahren, als die holländische Regierung, welche die Vanille nach Java einführte, die^Mt nicht trug. Mau hatte eben die Pflanze, aber nicht das befruchtende Insekt. Erst ganz spätHaff ein dortiger Botaniker dem Uebel ab, indem er künstlich den Blutenstaub unter die Narben-decke einführte.' Damit ist schönes Geld gewonnen worden. Die Klebdrilsen setzen sich leicht anInsekten fest, welche Honig suchen, und auf diese Weise wird der Blüteustaub verschleppt, sodaßsogar Bastarde im Freien erzogen werden. Ein slawischer Entomolog hatte das Unglück, einenAderflügler, eine Andrena, als neues, fabelhaftes Genus auszustellen, weil dem armen Thiereoin Pollinarium mitten zwischen den Faeetteuaugen aufsaß. Neuerdings ist freilich als Regelaufgestellt worden, daß jede Orchidee ihr bestimmtes befruchtendes Insekt habe, und das istPrinciphascherei. Die Orchideen befruchten sich selbst bei geschlossen bleibender Blüte.
Aus der Gruppe der Ophrydeae ist die Gattung Orchis zu nennen, die Saleppflanze. Unterden Eeottieae nennen wir die Nestwurz, Neottia nidus avis Eich., ein braunes unheimlichesGewächs mit zahlreichen dicklichen Wurzelfasern, die eine Art Nest vorstellen. Der Stengel istN'it wenigen Scheiden bekleidet. Der Blutenstand ist traubig. Die Blütenhüllblätter sind läng-lich, die Lippe länglich, bauchig, vorn gespreizt zweilappig. Sie wächst in dunkeln Tannen- undBuchenwäldern und man glaubte sonst, die wurmförmigen Wurzeln müßten gegen Würmerhelfen. Unter den Arethuseae nennen wir die prächtige nordamerikanische Arethusa bulbosa L.Sie hat eine weiße, rundliche, fleischige Knolle. Der Stengel hat nur ein paar kurze oder nureine Scheide. Die Blüte ist eudständig, schön purpurn, zweilippig. Die Sepalen und Tepalenlänglich, letztere gewölbt. Die Lippe ist dem Grunde der Säule angewachsen, obenhin kappig,auf der Scheibe zottig. Die Säule ist flügelig erweitert. Der Staubbeutel enthält den breiigenBlütenstaub. Die Blüten duften sehr angenehm. Man zerdrückt die Knollen und legt sie aufsZahnfleisch bei Zahnschmerz. Ebenso sagt man, daß sie die Eiterung befördere. Die Vanille,\ anilla planifolia Andr. Unter den Yandeae nennen wir Augrecum fragrans P. Tb. EinGewächs der Insel Bourbon, das mehrere Fuß hoch wird, zweizeilige, lederartige, längliche,zweüappige Blätter besitzt. Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Die Sepalen sindweiß, abstehend. Die Lippe ist länglich uuv hat einen langen fadigeu Sporn. Die Blätter habenfm getrod'neten Zustande einen an Toukabohue und frisches Heu erinnernden Geruch. SieIchmeckeu nach bittern Mandeln. Sie geben den Fahamthee. Die indische Eulophia, besonders®acrostachya, geben Salep. Die Cyrtopodia und Cataseta werden in Brasilien nicht nurwegen ihres Schleimes benutzt, um das Schuhwerk zu verkleben, sondern man führt auch Stück-ten der Stengelknollen bei sich, um Briefe mit obigem Stoffe zu verkleben.
Lange Zeit trotzten die Orchideen allen Versuchen, sie systematisch zu bezwingen. L. C. Richardu»d W. Brown ebneten den Weg. Lindley, noch jetzt bei London lebend, hat das eminente'hErdieust, durch Untersuchung einer enormen Masse von Orchideen die Kenntniß und Ordnungei Familie den Zeitverhältnissen gemäß begründet zu haben.
■ £)rteim (Roucou, Urucu). Die Früchte des Orleanbaums (s. d.) Bixa OrellanaL., eine»,!tt tropischen Amerika heimischen, in Ostindien cuttivirten Baums aus der den Cistusgewächsen^ stehenden Familie der Bixaceen, sind uiereuförmige, zweiklappige, außen stachelborstige^seln, welche im Innern an zwei wandständigen Sameuträgern zahlreiche, mit einem fleischigenstarke bekleidete Samen tragen. Letzteres liefert den als Orlean oder Roucou (engl. Annolta)^ gebräuchliche,t Farbstoff, zu dessen Gewinnung verschiedene Methoden üblich sind. Nach derhergebrachten Weise zerstößt man die Samen mit ihrem Ueberzuge in einem hölzernen Troge,^hrt stb kann Wasser an und läßt sie einige Tage lang darin stehen, bis eine faulige, ar>mg eintritt. Ist diese beinahe vollendet, so wirst man die Masse auf Siebe, laßt die durch-zxAende Flüssigkeit, welche den Farbstoff suspendirt enthält, absetzen, verdickt den dünnflüssigenz dderschchg zunächst durch Abdampfen und läßt ihn dann im Schatten trocknen. Mit der aufUneben zurückbleibenden Substanz wiederholt man dieselben Operationen, bis die Wasch-^ her ungefärbt ablaufen. Man erhält das Pigment als einen steifen, gelbrothen oder braunen3' welcher indeß meist nur 5y 2 Proc. des reinen Farbstoffes, dagegen viel Schleim und
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