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7 (1865) Siebenter Band. Stärke–Zwiebelpflanze
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Typhus

eine vorübergehende, die Krankheitserscheinungen nehmen abermals zn und die Kranken erliegennun dennoch der Krankheit. Selbst während der Reeonvalesceuz sind Rückfälle nichts Seltenesund treten besonders leicht ein, wenn der Heißhunger der Patienten sie zu Diätfehlern verleitet.Während der Reeonvaleseenz verlieren die Kranken das Haupthaar, aber nach einiger Zeit wächstdasselbe in unveränderter Menge wieder nach.

Wir haben uns hier darauf beschränken müssen, die Krankheit so zu schildern, wie sie ebenin der Mehrzahl der Fälle zu verlaufen und wie man sie als einen normalen Typhus zu bezeich-nen pflegt. Die Abänderungen des Verlaufs der Krankheit sind zahllos und mancherlei wichtigeund gefährliche Complieationen können dabei eintreten, aber es ist nicht möglich, auf dies alleshier weiter einzugehen.

Die Verhütung der Krankheit, soweit sie nicht Sache der Sanitätspolizei, sondern desEinzelnen ist, erfordert, daß die Kranken von den Gesunden völlig abgesondert werden und daßnur diejenigen, welche unbedingt zur Pflege nöthig sind, mit den Kranken verkehren. DieBehandlung kann bei dem regelmäßig verlaufenden Typhus, wie wir ihn in Obigem geschil-dert haben, im wesentlichen nur eine zuwartende sein. Wird die Krankheit zeitig erkannt, sokann man wenigstens den Versuch machen, sie abzuschneiden. Es scheint in der That, daß durchgewisse eingreifende Mittel, auf die wir hier nicht weiter eingehen können, der Verlauf der Krank-heit entweder gänzlich abgeschnitten oder wenigstens gemildert werden kann. In den meistenFällen wirv dies freilich nicht möglich sein, und dann kann es sich nur darum handeln, alle schäd-lichen Einflüsse, welche den Kranken treffen könnten, zu verhüten, einzelne überhandnehmendeund besonders gefährliche Symptome zu bekämpfen und die Kräfte des Kranken möglichst so weitaufrecht zu erhalten, daß er im Staude ist, die Krankheit zu überstehen. Das Krankenzimmermuß geräumig sein und regelmäßig gelüftet werden, denn die Gefahren einer verdorbenen Luftsind für den Kranken viel größer als die einer Erkältung, welche bei vorsichtiger Lüftung leichtzu vermeiden ist. Die Temperatur des Zimmers betrage nur 1214° R. Das Lager desKranken muß mit großer Sorgfalt hergerichtet und besonders verhütet werden, daß nicht dasBettuch Falten mache und dadurch Druck der Haut und Aufliegen hervorrufe. Die Bettdeckesei leicht, damit sie den Kranken nicht belästige. Sowol Bett- als Leibwäsche muß so oft ge-wechselt werden, als sie beschmuzt worden ist. Auch für Reinlichkeit des Körpers ist sehr ängstlichzu sorgen, da sich die Kranken leicht verunreinigen. Durch Vernachlässigung der Reinlichkeitentstehen leicht Hautentzündungen, welche später große Gefahren mit sich bringen können. DerMund muß, wenn der Kranke zu schwach ist es selbst zu thun, von der Wärterin fleißig aus-gewaschen werden, wozu man ein feines, in kaltes Wasser oder in kaltes Sodawasier getauchtesTuch benutzt. Der auf den Zähnen haftende Schleim muß sorgfältig entfernt werden, damit ernicht vertrocknet oder fault. Zum Getränk gebe man reines Brunnen- oder Sodawasser, nur beistarkem Durchfall Gersten- oder Haferschleim. Alle sonstigen Zusätze werden dem Kranken sehrleicht zuwider. Anfangs trinken die Kranken von selbst viel, und man darf ihnen das unbedenk-lich erlauben. Wenn sie später im Zustande der Betäubung seltener nach Getränk verlangen,so muß man ihnen dasselbe anbieten, wo sie dann gewöhnlich trinken werden. Von Anfang ankann man dem Kranken täglich ein wenig abgekochte Milch oder Fleischbrühe geben. Im späternVerlauf der Krankheit, wenn die Kräfte sich zu erschöpfen drohen, wird es sogar unbedingt nöthig.Andere Nahrung, mit Ausnahme von Wassersuppen, ist durchaus verboten. Täglich einigemalsind kalte Abwaschungen des ganzen Körpers mit Wasser oder mit einer Mischung aus 1 TheilEssig und 3 Theilen Wasser zu machen, natürlich mit Schonung und ohne den Kranken dabeizu sehr zu belästigen. Was die Reichung sonstiger Medieamente betrifft, so sind dieselben durchausnach der Eigenthümlichkeit des einzelnen Falls auszusuchen, sodaß hierauf nicht näher eingegan-gen werden kann. Besondere Beachtung im allgemeinen verdient noch die Verhütung des Auf-liegens, welches bei Typhuskranken besonders häufig ist. Sobald sich an irgendeinem Punktedes Rückens eine rothe Stelle zeigt, muß man dieselbe durch ein Luftkissen vor Druck schützen unddurch tägliches Waschen mit verdünnten Spirituosen oder mit Rothwein oder Bleiwasser dieEntzündung zu dämpfen suchen. Wunde Stellen müssen mit Zink- oder Bleisalbe sogleich behan-delt werden. Die größte Reinlichkeit und die Herstellung eines ganz faltenlosen Lagers wird amehesten das Aufliegen verhüten können. Nur wenn die Erschöpfung des Kranken den höchstenGrad erreicht, dürfen Reizmittel, als z. B. starker Wein oder kräftiges Bier, gereicht werden.Mit besonderer Aengstlichkeit ist endlich die Diät während der Reeonvalesceuz zu regeln. Nursehr langsam darf zu reichlicher und schwerer Kost übergegangen werden und besonders darf nieauf einmal viel, sondern lieber in häufiger wiederholten Mahlzeiten wenig genossen werden. Alle