648
Zahlung
Zähne
Z.
Zahlung nennt man überhaupt im Verkehr, und namentlich im Handel, jede Gegenleistung,welche in Geld oder in Papieren geschieht, die auf Geldbeträge lauten (Wechsel und Anweisungen,selbst Staatspapiere oder andere Schuldscheine und Actien), wird die Zahlung in Metall- oderPapiergeld, oder in Banknoten geleistet, so nennt man sie Baarzahlung oder baare Zahlung,mit welchem Ausdrucke jedoch auch die sofortige Gegenleistung zur Unterscheidung der bei Zeit-oder Creditgeschäften verabredeten spätern Zahlung bezeichnet wird: eine Zahlung in Metall-geld heißt auch eine Zahlung in klingender Münze. Die Zahlung kann eine mittelbareoder eine unmittelbare sein, eine unmittelbare, wenn der Zahlungsempfänger ohne Ver-mittelung eines Dritten von dem Zahlungsleistendcn Gegenwerth erhält, eine mittelbare, wenn inirgendwelcher Weise ein Dritter an Stelle und im Auftrage des Berpflichtetcn die Zahlung voll-zieht. Eine unmittelbare Zahlung ist nicht nur eine solche, welche der Verpflichtete dem Gläu-biger direct in Geld macht, sondern sie kann auch durch andere Gcgcnwcrthe geschehen, indenrbeide Parteien sich gegenseitig schuldig werden, die beiderseitigen Verbindlichkeiten untereinanderabrechnen und die am meisten verpflichtete Partei der andern den Unterschied (Rest, Saldo) ver-gütet. Nehmen wir an A. habe an B. verschiedene Verkäufe gemacht, deren Gesammtbetrag sichauf 1250 Thlr. belaufe, V. an A. ebenfalls, im Werthe von 1000 Tblrn., so hat B. an A. nachAbrechnung seines Guthabens nur noch 250 Thlr. zu zahlen: das; hierbei die Vcrfallzciten dereinzelnen Posten in Berücksichtigung kommen müssen, damit keiner einen Zinsvcrlust erleide, ver-steht sich von selbst, und man pflegt für die verschiedenen Beträge auf beiden Seiten in einemsolchen Falle die mittlere (durchschnittliche) Vcrfallzcit zu suchen. Mittelbar können Zahlungenauf die mannichfachste Weise geleistet werden: 1) Der Schuldner kann einem Dritten den Auftragertheilen, für seine Rechnung zu zahlen, sei es nun, daß er an diesen Dritten eine Forderung hat,oder das; ihm derselbe einen Blancocredit einräumte. 2) Die Zahlung kann vermittels einesWechsels erfolgen, indem der Schuldner entweder einen solchen kauft und dem Gläubiger einsen-det (remittirt), oder, indem der Gläubiger einen Wechsel auf den Schuldner ausstellt (trassirt).
3) Beide, Schuldner und Gläubiger, können mit einem und demselben Bankier oder mit einerund derselben Bank in Verbindung stehen und der Schuldner kann den Betrag seiner Schuldseinem eigenen Conto zur Last bringen und dem Conto seines Gläubigers gutschreiben lassen.
4) Die Zahlung-kann aber endlich auch durch Abrechnung unter mehr als zwei Personen erfolgen,wie das in den sogenannten Abrechnungshäusern (z. B. des Clearinghouse in London, desneuerdings für diesen Zweck von einigen wiener Banken und Bankhäusern errichteten Bureau,und an andern Plätzen) geschieht, indem zunächst diejenigen ihre Zahlungen zusammenstellen,welche deren gegenseitig zu leisten haben, und die sich ergebenden Reste auf andere anweisen, biszuletzt nur der zuletzt verbleibende Rest wirklich in Geld gezahlt zu werden braucht; diese Ab-rechnungen werden auch in ihrer Gesammtheit Scontration oder Scontriren genannt.
Zähne. Der erwachsene Mensch hat 32 Zähne, 16 obere und 16 untere. Dieselben sindin dem Oberkiefer und dem Unterkiefer in besondere Höhlen der Knochensubstanz eingesetzt undbilden unten und oben eine bogenförmige Reihe, welche am Oberkiefer nach vorn zu spitzer ist alsam Unterkiefer, daher denn die vordern Oberzähne etwas über die untern hervorragen, wennman die Zähne fest aufeinander drückt. Oben sowol wie unten finden sich auf jeder Seite derMittellinie je zwei Schneidezähne, sodann ein Eck- oder Augenzahn, darauf zwei kleine,nur mit zwei Kuppen versehene Backzähne, und schließlich drei große mit drei oder vier Kuppenversehene Backzähne. Man unterscheidet an jedem Zahne die Krone, welche frei herausragt undmit dem sogenannten Schmelz überzogen ist, die Wurzel, welche in den Knochen des Kieferseingefügt ist, und den zwischen beiden liegenden vom Zahnfleisch umgebenen Hals. Im Innernder Krone befindet sich eine kleine Höhle, welche sich je nach der Zahl der Wurzeln in einen odermehrere dünne Kanäle fortsetzt, die sich an der Spitze der Wurzel öffnen. Durch letztere Oefsnungtreten die Gefäße und Nerven in den Zahnkanal ein. Die erwähnte Höhle sammt den Kanälenist mit einer weichen, aus Bindegewebe, Blutgefäßen und Nerven bestehenden Masse, der söge-