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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweites Capitel.

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könne. Er beschwor feierlich jeden guten Christen, nichts zu kau-fen, was nur auf das Entfernteste verdächtig sei, aus den Staatendes Sultans gekommen zu sein. Aller diccctc Verkehr mit den Un-gläubigen müßte aufgehoben und diese Maßregel durch bewaffnete, anden Hafenplatzen fest stationirte Galeeren, unterstützt werden, welchealle Kaufleute, die diesen gesetzwidrigen Handel trieben, sofortaufzuheben ermächtigt sein sollten. Schließlich fordert der neueKreuzritter, in seiner, von dem ritterlichen Gottfried von Bouillonund dem löwenherzigen Richard unerreichten, Unduldsamkeit ge-gen die Ungläubigen, das Oberhaupt der christlichen Kirche zuimmerwährendem Kriege gegen die Saracenen und die treulosenChristen, welche, seinen Befehlen entgegen, Handel mit densel-ben treiben würden, auf.

Es ist uns geschichtlich aufbehalten worden, daß HeinrichV. von England bei seinem Einfall in Frankreich, der zu demberühmten Siege von Agincourt führte, mit seinem Gefolgein zwei Schiffen überfuhr, die mit allem Reichthum königlicherPracht ausgestattet waren. Dasjenige, welches die Ehre hatte,den Monarchen selbst zu tragen, hieß das Königszimmcr (Xinx'sOkamber) und schimmerte weithin mit einem Segel von pur-purrother Seide, worin die Wappen von England und Frank-reich reich gestickt waren. Heinrichs einfacher Sinn war einemsolchen Luxus keineswegs zugeneigt. Es ist vorauszusetzen, daßer zu ausschließend mit dem Plane beschäftigt war, der seine Ein-schiffung motivirte, um jenem ungewöhnlichen Aufwande seineAufmerksamkeit zuzuwenden; oder vielleicht wollte er durch dieseungewöhnliche Pracht einen Einfluß auf sein, wenig aufgeklär-tes Gefolge bewirken, der ihm ein noch unbeschränkteres Ver-trauen in einen so mächtigen Führer sichern sollte.

Spanien sowohl als Italien, hatten zu dieser Zeit bedeu-tende Fortschritte in der Scidcncultur und Verarbeitung gemacht.Als Ferdinand V. Granada eroberte und dadurch die maurischeMacht in Spanien endete, fand er dort zahlreiche Etablissements)Ur Anfertigung seidner Fabrikate, denen die aus Murcia undCordova den Preis der Schönheit und Güte streitig machten.

Man sagt, daß Ludwig XI. zuerst die Seide in Frankreicheinführte, indem er Arbeiter aus Genua, Venedig und Florenzgewann, sie im Jahrs 1480 zu Tours etablirte und ihnengroße Privilegien ertheilte. Es scheint indessen, daß, bis zurRegierung Franz I. keine bedeutende Fortschritte in der Verar-beitung gemacht worden sind. Während die Franzosen Mai-