Erster Theil.
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land inne hatten, verschafften sie sich dort Seidcnarbeiter, welcheunter dem fördernden Schutze des Monarchen, die Manufactu-ren von Lyon einrichteten. Das französische Volk schritt in sei-nem Streben rasch vorwärts und, außer den Manufacturen inLyon, wurden bald noch viele andere, in den übrigen südlichenProvinzen errichtet, welche nicht allein den inländischen Bedarflieferten, sondern bald nachher i^ren Ueberfluß zur Eoncurrenznach auswärtigen Märkten versandten und viele Theile Europasmit den Früchten ihres noch neuen Kunstfleißes versorgten. Be-sonders zog Frankreich große Summen aus England durch die-sen Zweig seiner Industrie. Nach Thuanuü ward zuerst dieSeidenraupe in Frankreich unter Franz l. eingeführt. JenerSchriftsteller berichtet, daß in jener Zeit blühende Etablissementszur Erzeugung der Seide in der Provence zu Avignon undLyon vorhanden gewesen seien. Zu Fontainebleau wurdediesem Gegenstände große Sorgfalt gewidmet, aber das Klimasagte dem Insekt nickt zu.
Im Jahre 1554, unter der Regierung der tyrannischen,in ihrer Willkür ungebundenen Marie, erging ein Gesetz widerden Aufwand in England. Ihr Bestreben war, die einheimi-schen Manufacturen zu ermuntern und die wachsende Eitelkeitder untern Volksklassen nieder zu hallen. Dieses Gesetz, wel-ches augenscheinlich die Intelligenz und den wachsenden Wohl-stand der Mittelklasse der englischen Städte darthut — verfügt:daß, wer Seide oder Gold auf Hüten, Mützen, Gürteln, De-genscheiden, Strümpfen, Schuhen oder Sporcnleder trage, sollezu dreimonatlichem Gefängniß und einer Geldbuße von 10 PfundStr. verurtheilt werden. Ausgenommen von diesem Gesetz sind:Magistrats-Eorpvrationen und alle Personen von höherem Range.Im ersten Jahre der Regierung Jacob I. wurde dieses abge-schmackte Gesetz wieder aufgehoben. Guicciardini giebt unsin seiner Beschreibung der Niederlande einen ausführlichen Be-richt von dem Wohlstände der Stadt Antwerpen, in der Mittedes sechszehnten Jahrhunderts, welcher den bedeutenden Han-del von Seide und Spitzen beweist, die aus- und eingeführt wur-den. Die Kaufleute von Antwerpen vertauschten zu BolognaSersche und andere Stosse, Teppiche, Leinen, Schnittwaacen u.s. w. und erhielten dafür Seidenstoffe, Gold- und Silber-ver-zierte Kleider, Erepp und ähnliche Gegenstände. Nach Venedigsandten sie Juwelen, Perlen, die aus England bezogenen Tü-cher und andere Wollenwaaren, wofür sie die feinsten und reich»