Buch 
Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
Seite
51
JPEG-Download
 

Fünftes Capitel.

51

die Einführung der zuvor erwähnten Artikel, Stickereien unddergleichen, verboten wurde. Es waren darin auch kurze Waa-ren, als Schnürbander, Schnüre, Gürtel u. s. w. begriffen. Je-nes Verbot ward im Jahre 1463 durch eine Acte (Z EduardIV., Eap. 4.) nach dem Willen des Königs erneuert und aufnoch mehrere Zweige der vaterländischen Industrie ausgedehnt.Es waren darin die verschiedenen Artikel namentlich aufgeführtund unter diesen: Schnürbander, Bänder, seidene Franzen, ge-drehte Seide, gewickelte Seide, Seidenstickereien, seidner Kopf-putz, Börsen und Gürtel. Aus dieser Beschränkung, welche aufauswärtige Waaren gelegt ward, läßt sich schließen, daß die,durch die Londoner Arbeiterinnen gefertigten, weder an Qualitätnoch an Wohlfeilheit jenen gleichkamen. Im Jahre 1482trat die erwähnte Acte außer Kraft. Das Elend der unbe-schäftigten englischen Arbeiter war so groß, daß man zu ihrerAushülse auf vier Jahre von neuem die Einfuhr aller erwähn-ten Gegenstände verbot.

Zwei und zwanzig Jahre spater ward durch eine Parla-mentsacte die Einfuhr aller folgenden Artikel untersagt. (19.Hein- VIk., Cap. 21) -Alle Arten, sowohl reiner, als mit an-dern! Material gemischt, gearbeiteter Seide, in Bändern, Schnü-ren, Gürteln, Brustlätzen von Spitzen, wie gewebte rc.: dieseGegenstände waren bei Geldstrafe sowohl Fremden, als Englän-dern, einzubringen untersagt, außer diesen aber alle andereseidne Manufacturprvdukte sowohl, als rohe Seide, durften ein-paisiren. Aus dem Angeführten läßt sich folgern, daß die Ver-fertigung von Seidenzeugen damals in England nicht stattfand,wie auchLord Bacon dieses in seiner-GeschichteHeinrichs VII.-anführt. Erst gegen das Ende der Regierung Jacob I. undNach der, von demselben dem Mr. Burlamach zu Theil ge-wordenen Aufmunterung, war dieses der Fall. Er war einLondoner Kaufmann, und durch ihn veranlaßt, wurden einigeSeidenspinner, Färber und Weber von dem Eontinent herange-zogen und ein Anfang mit der Verarbeitung der rohen Seide>n Manufacturcn gemacht, woraus später dem Lande ein so gro-ßer Nutzen erwachsen ist. Diese Manufakturen hatten einenso schnell wachsenden Fortgang, daß sie bald bedeutend genugdurch die Zahl der Arbeiter wurden, um aus diesen eine Zunft,Unter dem Namen — Gemeinschaft der Seidenweber — und der^iassisication von Meister, Gesellen und Gehülfen zu bilden.

Die Fortschritte jener Industrie in England, gehen ferner