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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Fünftes Capitel. 63

Ausführung verarbeiteter Seide, sowohl in seidnen als halbseid-Nen Stoffen geleistet.

Die Seidenproduction in Bengalen war, als Ausfuhr be-trachtet, bis zur Mitte des 18ten Jahrhunderts nur gering undvon so schlechter Qualität, daß sie zur Hälfte des Preises deritalienischen Seide verkauft werden mußte. Alle Seide, welcheEngland im Jahre 1750 aus Bengalen und Ehina bezogen, be-ließ sich nicht über 43,876 Pfd. Nach dieser Zeit strebte aberdie ostindische Compagnie möglichst, den Seidenbau daselbst zufördern, um dadurch eine neue Quelle des Gewinns von In-dien nach Europa zu leiten. Um die bengalische Seide, die bisdahin die schlechteste und nur zu dem Gebrauch bei ganz ge-wöhnlichen Stoffen anwendbar gewesen war, für die englischenManufacturisten brauchbarer zu machen, sandte man sachkundigeArbeiter und zweckmäßige Maschinen nach Bengalen, um italie-nisch eingerichtete Scidcnwickelmanufacturen daselbst anzulegen.Man hatte indessen die Zeit dazu übel gewählt, denn es warin der Periode einer großen Hungersnoth in Indien, und erstim Jahre 1776 ergab sich ein materieller Vortheil aus der er-wähnten Unternehmung. In eben diesem Jahre beliefen sichdie Sendungen zur See aus Bengalen auf 115,913 Pfd. undwährend der 10 Jahre von 1776 — 1785 inetusive, be-trug die Durchschnittssumme der Einfuhr 560,283 Pfd. Ob-wohl nun seitdem zufällige Ursachen während einiger Jahre ei-nen geringeren Ertrag veranlaßt, so nimmt derselbe doch !mGanzen mit ziemlicher Stetigkeit zu und die gegenwärtige, jähr-liche Einfuhr beträgt etwa 1,500,000 Pfd.

Obgleich die, durch die ostindische Compagnie eingeführteSeide durch die Anwendung der, aus England gesandten Ma-schinen im Ganzen sehr verbessert ist, so war sie doch noch im-wer der türkischen und italienischen sehr an Güte untergeordnetUnd ward nur zu wenigen Gegenständen gebraucht. DadurchUun häufte sich der Seidenvorrath in den Niederlagen der Be-scher und nöthigte die Directoren der ostindischen Compagnie,auf Mittel, zu allgemeiner Anwendung der bengalischen Seide,äu sinnen. Es wurde ein Ausschuß dazu aus dieser Handelsge-sellschaft „nannt und besoldet und man genehmigte ihren Plan,einen Theil des vorhandenen Vorraths durch englische Sciden-s^cklcr in Organsin verwandeln zu lassen. Zwar fand dieseMaßregel in jener Zeit vielen Widerstand im Seidenverkehr,avch ward der dem Lande daraus erwachsende Bortheil bald zu