Buch 
Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
Seite
67
JPEG-Download
 

Fünfter Capitel.

67

durch eine Menge unbeschäftigter Arbeiter, gewesen sein würde.Das Unterhaus war aber nicht so unwcise, die Ansichten seinesAusschusses in Kraft treten zu lassen, und drei Jahre später em-pfahl ein Ausschuß des Oberhauses gerade die gänzliche Beseiti-gung derjenigen Beschränkungen, deren Ausdehnung, wie wireben gesehen, noch so kürzlich im Unterhause als nothwendig an-empfohlen worden war.

Während der ganzen Periode von 1773 — 1824 wurdeder Seidcnhandel Englands, durch die, fremden Manufacturwaa-! ren entgegengestellten Beschränkungen, in seinem künstlichen Zu-

! stände erhalten. Auf diese Weise blieb ihm der alleinige Besitz

> des inländischen Verkaufs; die Käufer befanden sich dadurch in

! gänzlicher Abhängigkeit von diesem Verhältniß, und die Weber

- ermangelten der Anregung zu vermehrtem Kunstfleiß. So be-

> hielt man den einfachen Webstuhl und die einfache Abwindema»

- schine fortwährend bei, bis die Concurrenz fremder Arbeiter die

, englischen nöthigte, durch geeignete Mittel ihre Arbeit der, der

« ausländischen Wehstühle gleich zu stellen. Die französischen

i Seidenwaaren haben zwar immer den Weg nach England ge-

> funden, allein nur in geringer Quantität auf dem Wege der

» Steuer-Eonlravention. In Folge der vorzüglichern Beschaffenheit

1 der Stoffe, wurden diese besonders gesucht und die englischen

- Manufacturisten waren von einem wahren Entsetzen, bei der

< Aussicht künftiger unbeschränkter Einführung derselben, ergriffen,

» selbst wenn sie einer Besteuerung unterworfen sein würden.

» Gänzlich von den inländischen Forderungen abhängend,

- brachte jeder Modewechsel großes Schwanken in der Seiden»

fabrikation zu Wege. Die bedeutenden Verkäufe der einen

« Saison, wurden häuflg von dem, des viel geringern der folgen-bm, nachteilig ausgewogen, wodurch die Weber ohne hinläng-p "che Beschäftigung waren. Dieser Wechsel des Wohlstandes

,t Und Elends war in England nicht fremd, obwohl das Ueberge-

!k bricht auf Seiten des erstem war, seit die Zahl der Manufactu-

^n sich, wenn man die spätere Zeit mit der frühern vergleicht,bedeutend vermehrt hat.

- Um das Schwanken und den zurückgebliebenen Zustand des

2 Handels zu hemmen und denselben, statt durch künstliche Unter-Nutzung, auf natürliche Grundlagen zu stützen, ward — wäh-

l' ^°"d man dem Frieden entgegen sah, im Jahre 1824 das ganze

t, >s dahin bestehende System verändert. Die hohe Bestetrerung

» er rohen Seide ward aufgehoben, und dieselbe einer geringeren