72
Erster Theil.
einer Ansicht durchaus ungeeignet ist, erhob sich eine laute Be-schwerde über jene Zulassung fremder Seidenstoffe. Schon dieAussicht, auf den Eintritt der Periode ihrer Einführung, wardals eine Hauptquelle des Elends der Spinner angesehen. ZumGlück und >m Interesse des Landes war es indessen, daß diekommerzielle Polizei damals von einem Manne gehandhabt wurde,der, gleich dem berühmten Turgot, mit klarem Blick das Ver-hältniß überschaute und mit Festigkeit die Maßregeln, trotz demGeschrei seiner Gegner, durchzusetzen wußte, welche Klugheit undUmsicht erheischte. Man kann mit Gewißheit annehmen, daßunter diesen sich jetzt kaum einer mehr findet, der nicht mitDankbarkeit und Bewunderung die Richtung des verkanntenSystems anerkannte, das er damals für chimärische Speculationhielt, und einer Festigkeit Gerechtigkeit widerfahren ließe, die erfrüher Hartnäckigkeit genannt.
Das Gesetz, wodurch die Einfuhr fremder Seidenwaarengestattet wurde, ward bestätigt und trat in Ausführung; undunbestreitbar hat dasselbe unendlich mehr in kurzer Zeit zur Ent-wickelung der Kunstfertigkeit in den englischen Webereien beige-tragen, als ganze Zeitalter eines entnervenden und lähmenden Mo-nopols gethan haben würden. Eine Vollkommenheit der Arbei-ten, deren man sich früher grundlos rühmte, ist jetzt erreichtworden, und die englischen Fabrikate certiren jetzt erfolgreich mitden schönsten des Eontincnts. Viele werden jetzt vorzugsweisein Gegenden ausgeführt, deren vortheilhaftere Stellung bei ihrenWebereien, man als einen Grund des frühern Elends der eng-lischen Weber ansah, oder darstellte.
Kurze Zeit zuvor, ehe das Gesetz von 1824 in volle Krafttrat, verließ ein achtbarer und geschickter SeidenmanufacturistFrankreich, um in London ein Etablissement zu errichten. Dieenglischen Weber, für welche dasselbe ein Gegenstand der Eifer-sucht war, beklagten sich, daß dasselbe zum Deckmantel der alsEontrebande sich cinschleichenden, französischen Fabrikate diene.Der Ausländer begegnete dieser Beschuldigung durch den Antrageiner genauen Untersuchung seines Waarenlagers. Einer genauenPrüfung zufolge, wurden, nach dem Urtheil der sachkundigstenManufacturisten von Spitalsields 37 Stücke Zeug, als unbe-streitbar fremdes Machwerk, in Beschlag genommen; allein eswaren die Arbeiten englischer Weber, wie sich ergab, denn diesestellten sich, um die Falschheit der Anklage zu beweisen, indemsie jene Zeuge gefertigt zu haben, erklärten.