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Zweiter Theil.
Räupchen von etwa j Zoll Länge. Sein erstes Lebenszeichenist das Verlangen, Nahrung zu sich zu nehmen, welches es kundgiebt, indem es darnach sucht. Wird es nicht sogleich befriedigt,so macht es zu diesem Zweck Kraftanstrcngungen, den Ort zuverändern, wie außerdem nie wahrend irgend einer Periode seinesDaseins j denn es hat nur ein geringes Verlangen nach Verän-derung, so daß man von der Mehrzahl sagen kann, sie verän-dern, während ihrer ganzen Lebensdauer, aus eignem Antriebeihren Aufenthalt selten über den Raum von 3 Fuß hinaus.Selbst wenn die Raupe hungrig ist, hangt sie sich doch noch andas Skelett des Blattes, das ihr die letzte Nahrung gegebenhat. Wenn sie durch die fortwährende Anforderung des Hun-gers genöthigt wird, endlich die Anstrengung einer verändertenStellung zu machen, so wandert sie zuweilen bis an das Endedes Behälters, worin man sie gesetzt hat, und nur selten ist eineso waghalsig, bis zum Rande desselben hinanzuklimmen. Auchlockt der Geruch frischer Blätter sie augenblicklich wieder herab.Es ist diese Trägheit eine angenehme Eigenschaft für Diejenigen,welche sich mit der Wartung der Raupen beschäftigen, die durcheine größere Beweglichkeit derselben um vieles lästiger werdenwürde. Diese Eigenthümlichkeit ihres Naturells ist eine so nütz-liche Einrichtung der Natur, daß man sich unwiderstehlich ange-regt fühlt, darin einen Theil jenes bewundernswürdigen Systemszu erkennen, das durch die ganze Schöpfung verbreitet, Denjeni-gen, der die Naturgeschichte studirt, mit Bewunderung undEntzückung erfüllt.
Ungefähr acht Tage nach dem ersten Beginn des Lebensals Raupe, fängt der Kopf derselben an, merklich breiter zu wer-den, und ihr erstes Ucbelbesindcn tritt ein. Dieses dauert 3Tage, wahrend welcher sie keine Nahrung zu sich nimmt undbewegungslos in einer Art von Lethargie liegt. Einige habendiesen Zustand für Schlaf gehalten, allein das ä'ible Ende, wasdiese Krankheiten zuweilen, und selbst sehr oft nehmen, scheintgegen diese Vermuthung zu sprechen. Die Gestalt der Seiden-raupe nimmt in kurzer Zeit so an Größe zu, daß sie im Laufeeines Monats oft um das Tausendfache des Gewichts steigt, sodaß, wenn für die ganze Zeit ihres ersten Zustandes ihr nureine Haut bestimmt wäre, diese Bekleidung schwerlich sichwürde ausdehnen können, um mit dem übrigen Wachsthum gli-chen Schritt zu halten. Wie wunderbar hat daher die Natur