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Zweiter Theil.
dadurch verursachte Druck führt Anschwellen und Entzündung her-bei und nach längerer oder kürzerer Anstrengung, endet der Todgewöhnlich das Leiden.
Die kürzlich gehäuteten Raupen sind an der blasser» Farbeund dem geschrumpften Ansehen der Haut leicht zu erkennen.Letzteres verschwindet indessen bald, durch die Anfüllung mit Nah-rung und den Wachsthum des Insekts, das wahrend fünf Ta-gen fortfahrt zu fressen. In dieser Zeit wächst es bis zu einemhalben Zoll Länge; dann wird es von einem neuen Uebelbefin-den befallen, dem eine zweite Häutung unter gleichen Umstan-den wie die erste folgt- Gleichfalls stellt sich nach derselben derfrühere gute Appetit wieder ein, der wieder fünf Tage dauertund das Insekt zu einer Lange von Z- Zoll fördert. Daraufgeht es seine dritte Krankheit und Häutung — die letzte in sei-nem Raupenzustande — durch, nach welcher seine Länge auf 1^— 2 Zoll wächst. Nach diesem letzten Abstreifen der Hautverschlingt die Seidenraupe ihr Futter am gierigsten und ihreGröße nimmt, in den darauf folgenden 10 Tagen, reißend zu.Sie ist nun ausgewachsen, eine schlanke Raupe von der eben er-wähnten Größe. Man kann die Eigenthümlichkeit ihres Bauesnun besser, als in den frühern Stadien beobachten, und man be-merkt, daß zwölf, aus einer festen Haut bestehende Ringe ih-ren Körper umgeben, die in paralleler Richtung um denselbenherumlaufen und nach den Bewegungen des Insekts sich aus-dehnen oder zusammenziehen. Es hat acht Paar Füße; dreiPaar derselben befinden sich vorne unter den drei ersten Ringenund sind mit einer Rinde oder Schuppe bedeckt (s. Fig. 1.) *).Diese acht Paar Füße können nicht merklich verlängert wer-den, ohne ihre Stellung zu verändern. Die andern fünf Paarnennt man Halter. Diese sind elastisch, biegsam und sitzen un-ter den Ringen am Körper fest. Diese Halter sind mit klei-nen Haken versehen, die dem Insekt beim Klettern dienen. DerSchädel ist mit einer schuppenartigen Substanz bedeckt, derjeni-gen ähnlich, welche die sechs vorder» Füße umgiebt. Die Kinn-backen sind gezähnt oder sagcnartig und ihre Stärke, im Ver-hältniß zu der Größe der Thiers, außerordentlich. Das Maulist ganz eigenthümlich gebaut, denn es hat statt einer horizonta-len, eine vertikale Oeffnung. Die Raupe hat 18 Luftlöcher
') Der Maßstab für die Raupe, Chrysalide und Schmetterling istder Abbildung Z ihrer natürlichen Größe.