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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweites Capitel.

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zum Athmen, deren 9 an jeder Seite des Körpers, in gleicherEntfernung von einander, der Lange entlang hcrablaufen. Manglaubt, daß jedes dieser Löcher der äußere Endpunkt eines be-sondern Organs zum Einalhmen sei. An jeder Seite des Kopfs,nahe dem Maule, nimmt man sieben kleine Augen wahr. DieErhabenheiten an beiden Seiten des Kopfs, die oft fälschlichfür Augen gehalten werden, sind Auswüchse des Schädels. Diebeiden Oeffnungen, aus welchen die Raupe die Seide abspinnt,befinden sich gerade unter den Kinnbacken und berühren sich ein-ander. Diese Oeffnungen sind außerordentlich klein. Hat dieRaupe ihren Wachsthum vollendet, so vermindert sich ihr Ver-langen nach Nahrung. Das Eintreten dieses Zustandes bemerktman zuerst daran, daß die Blätter nicht mehr consumirt, sondernzernagt und verwüstet werden; bald bleiben sie ganz unberührtliegen. Die Raupe wird nun unbehaglich unruhig, reckt denKopf in die Höhe und lauft in kreisförmiger Bewegung umher,um sich einen Platz zum Spinnen zu suchen. Ihre Farbe wirdnun llchtgrün mit einer leichten Mischung von Dunkelgrün. Nach-dem sie 24 Stunden keine Nahrung mehr zu sich genommenhat, ist der Stoff, woraus sich die Seide bildet, in den Behäl-tern bereitet. Jetzt verschwindet die grüne Farbe, der Körperwird glänzend und am Nacken beinahe durchsichtig. Bis dieRaupe völlig zum Einspinnen bereit, härtet und verkleinert sichihr Körper etwas.

Die Substanz, woraus die Seide sich bildet, ist in zweisehr kleinen Gefäßen enthalten, die, gleich zwei Spindeln, schrau-benförmig in dem Magen liegen. Wenn diese Gefäße in gera-der Linie entfaltet wären, würden sie eine Länge von 10 Zollhaben. Wenn die Raupe sich einen Winkel oder einen engenRaum gewählt hat, dessen Umfang mit der Gestalt, den siedem Cocon zu geben beabsichtigt, gleich kommt, so beginnt sieihre Arbeit damit, dünne uud unregelmäßige Fäden zu spinnen,die ihrer künftigen Wohnung zur Stütze dienen sollen. Denersten Tag spinnt sie auf dieser Grundlage ein loses Gebäude,welches man Wattseide nennt. Indem sie sich mit diesem um-hüllt, verfertigt sie in den drei folgenden Tagen den festen, dick-ten, gelben Ball. Während dieser Zeit bleibt die kunstfertigeArbeiterin in der inwendigen Seite des Raums, den sie bildet. *)

Wenn zu dieser Zeit der Faden, der den Cocon hatten soll, abreist,so schwankt derselbe und hat nicht das gehörige Gleichgewicht. Die Rauxe,