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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

Indem sie das Seidenmaterial herauszieht, scheint es nuraus einem einzelnen Faden zu bestehen; doch besteht es aus ei-nem zwiefachen, der aus zwei sehr feinen Fäden, die sie aus denbeiden vorhin beschriebenen Oeffnungen hervorzieht, gedreht ist.Diese Faden werden vermittelst zweier Haken, die im Mauleder Raupe befindlich sind, vereinigt. Wahrend diese spinnt,bleibt sie in dem, durch ihre Arbeit verdunkelten Aufenthalt undgebraucht Maul und Vorderfüße, um den Fäden die erforderlicheRichtung zu geben und sie zu befestigen. Das Gespinnst läuftnicht in regelmäßigen Cirkeln um den Mittelpunkt, innerhalbdes Cocons; die Fäden desselben gehen in wellenförmiger Rich-tung an mehreren Stellen vor- und rückwärts. Dieses scheinbarunregelmäßige Verfahren ist deutlich wahrzunehmen, wenn dieSeide von dem Cocon auf den Haspel gebracht wird und wo-bei man, wenn 10 —12 Ellen abgewickelt sind, ein oder zweiMal den Gang in entgegengesetzter Richtung nehmen muß. NachVerlauf des dritten oder vierten Tages hat die Raupe ihre Arbeitbeendigt und ihren Cocon gebildet, den man an Größe und Ge-stalt am besten mit einem Taubenei vergleicht. Doch erreicht ereigentlich nur selten die volle Größe desselben. Die beigefügteAbbildung zeigt einen Cocon von gewöhnlicher Größe, zuderselben, dargestellt mit der zurückgeschobenen Wattseide.(Siehe Figur 2.) Wenn das Insekt sein Gespinnst ganzbeendigt hat, so überzieht es die innere Fläche des Cocons miteiner Art von Gummi, der in seiner natürlichen Beschaffen-heit der Substanz gleicht, woraus die Seide selbst sich bil-det. Ohne Zweifel ist die Bestimmung desselben, die Chrysalisgegen den Regen und Wechsel der Witterung zu schützen. DasGespinnst, worauf der seidne Ball gefertigt, ist gleichfalls miteinigem Gummi überkleidet, wodurch er Festigkeit und Consi-stenz erhält und geeigneter zum Schutz der Chrysalis gegenFeuchtigkeit wird. Dieser Zweck wird so vollkommen auf jeneWeise erreicht, daß die Cocons, wenn man sie in heißes Wasser

die dieses alsbald bemerkt, kann dann in ihrer Arbeit nicht gehörig fort-schreiten. Unter diesen Umständen dringt sie aus ihrer Hülle hervor, ver-läßt den Cocon, wirft den übrigen Faden auS, wo sie gerade hergeht. DieSeide geht dadurch verloren und die Raupe, welche so keinen Platz findet,ihre Verwandlung zu bewirken, stirbt, ohne diese vollendet zu haben. Zu-weilen geschieht es, jedoch nur selten, daß von zwei nachbarlich spinnendenRaupen, die eine den Faden der andern auf die ermähnte Weise zerreißt.Ln diesem Falle erfolgt das gleiche unerwünschte Resultat. ^Bemerkungenüber die Seidencultur von A. Stephenson.)