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Zweiter Theil,
auf zwei Tage. In Europa ist jedoch, ohne künstliche Beschielt»nigungsmittel, die gewöhnlich erforderliche Zeit, wo das Insektin seinem Raupenzustande bleibt, die vorhin erwähnte.
1)r. Andersen berichtet, daß die Seidenraupe in Ma-dras alle ihre Verwandlungen in dem kurzen Zeitraum von 22Tagen beendigt. Es scheint invessen, daß der einzige, aus dieserBeschleunigung hervorgehende Gewinn der, an Zeit und Arbeitist, da die Raupe während ihrer kürzeren Lebensdauer in Ma-dras eben so viel Futter consumirt, als in einer langem, inEuropa. Plötzliches Versetzen aus der Kalte in die Hitze, oderumgekehrt, sind der Raupe höchst nachtheilig. Doch erträgt sieeinen ziemlichen Hitzgrad, ohne daß er ihr schadet, wenn er sichgleich bleibt. Der Graf Dandolo hat bemerkt, daß, je größerder Wärmegrad ist, worin die Seidenraupe gezogen wird, umso geschärfter sind ihre Bedürfnisse, um so starker ihr Appetit,um so kürzer ihre Lebensdauer. Mr. Boissier de Sauva-ges machte über diesen Punkt viele Erfahrungen. In einemJahre, wo er wegen des frühern Ausbrcchens der Maulbeerblät-ter genöthigt war, seine Seidenraupenzucht zu beschleunigen,steigerte er die Hitze des Zimmers, worin sich die ausgekomme-nen Raupen befanden, auf 100°, die er während der zweitenund dritten Lebcnsperiode auf 95° allmählich herabstimmte. InFolge der Erregung des thierischen Princips, welche dadurch her-beigeführt wurde, verstrichen nur 9 Tage vom Ausbrüten an,bis zur zweiten Häutung, diese mit eingescklossen. Die allge-meine Ansicht der Seidenbauer, die Zeugen des Experimentswaren, stimmte dahin übcrcin, daß das Insekt in diesem Wär-megrade nicht werde leben können; die Wände des Zimmersund die Weidenhorden, woran die Raupen saßen, waren so vonder unmäßig erhitzten Atmosphäre erwärmt, daß man sie kaumohne Unbequemlichkeit berühren konnte. Allein es gingen alledie Grade der Verwandlung vollkommen gut von Statten unddas Resultat war eine ganz vorzügliche Seidenernte.
Ein anderes Mal setzte Hr. v. Sauvages seine Seiden»brüt in eine Wärme von 95° während des ersten Lebensalters,im zweiten in 89 — 91°. Die begleitenden Umstände warenwieder dieselben wie bei dem frühern Versuche, und die Ver-wandlungen ergaben sich gleichfalls auf die nämliche Weise-Dieses führte ihn zu dem Schluß, daß es unnütz sei, durch ei-nen so hohen Wärmegrad die Entwickelung der Raupen zu be-schleunigen, denn diese consumirten in der kürzern Zeit dieselbe