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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

Gegenden, wo Seide gebaut wird, wahrscheinlich vortheilhast er-weisen.

Die Seidenraupe verbleibt in dem Zustande der Verpup-pung, je nachdem das Clima, oder die Temperatur ist, 1530 Tage. In Indien nur 11, in Spanien und Italien 18

— 20 Tage, in Frankreich 3 Wochen, in dem Clima Englands,ohne künstliche Erwarmungsmittel, 30 Tage, von dem Augen-blick an, wo das Insekt anfing zu spinnen, bis zu dem, wo esaus seinem Cocon, in dem letzten vollkommenen Zustande, hervor-kommt, nachdem es jene 30 Tage in scheinbarer Leblosigkeit seineHülle bewohnt. Es erscheint nun als ein Falter von weißlichgrauer Farbe, mit 4 Flügeln, zwei Augen und zwei Fühlhörnern

— diese anscheinend leicht befiedert. — Wenn der Schmetter-ling bis dahin in dem Cocon bleibt, so ergreift er sogleich Maß-regeln zu seiner Befreiung, indem er durch das Maul eine Flüs-sigkeit von sich giebt, womit er den Gummi, der die innereSeite seiner Wohnung verleimt, erweicht und ablöst; darauf lo-ckert er, durch häufige Bewegung des Kopfes, das Gewebe, ohnees jedoch zu zerreißen, auf, dann bedient er sich seiner, mit Häk-chen versehenen Füße, und bahnt sich durch das Gespinnst hin-durch einen Weg zum Lichte und zu Freiheit. Ganz irrthüw-lich ist es, daß der Schmetterling die seidenen Fäden zernage, un>seine Freiheit zu erlangen. Man hat dieselben in diesem Falkeben so unverletzt gefunden, als die in andern Cocons, wenn strmit Vorsicht abgewickelt wurden. (Siehe Figur 4.)

Einer der bemerkenswerthesten Umstände in der Natur-geschichte der Seidenraupe ist der hohe Grad, bis zu welches ^ihre Masse und ihr Gewicht wachst, im Verhältniß zu der kurzen !Zeit, worin dieses geschieht. Der Graf Dandolo, welcher alles ,angewandt zu haben scheint, was zur richtigen Auffassung des !Gegenstandes und der Verbesserung des, beim Seidenbau anz»- ^wenden Verfahrens führen kann, hat die Geduld gehabt, viele100,000 Eier zu zahlen und zu wiegen, um auf das dadurch ierlangte Ergebniß seine ferneren Forschungen hinsichtlich des, ausden Eiern erfolgenden Erzeugnisses, zu basiren. Er fand, daßim Durchschnitt 86 gute Seidenraupeneier ein Gran wiegen-mithin enthalt eine Unze *) 39,168 Eier. Ein Zwölflhe"dieses Gewichts verdunstet aber vor dem Ausbrüten und die

>> Die Un^e enthält 575 Gran. 85Z25 dieser Grane sind 7 vom Troo-Gewicht (tro/-vigcht), eine Art Gewicht, wovon daS Pfd. 12 Unze