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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Drittes Capitel.

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Ehe ich zu den in Europa angewandten Methoden derSeidencultur übergehe, wird es gewiß Jedem erwünscht sein, überdie in Edina übliche Verfahrungsweise einen kurzen Bericht zuerhalten. Man wird aus dieser Skizze sehen, wie die Einrich-tungen des chinesischen Seidenbaues den unsrigen in vielen Bezie-hungen vorzuziehen waren, und daß die Europäer, als sie vondem Wege abwichen, den die Ehinesen so lange mit dem bestenErfolg gegangen waren, sie keineswegs die zweckmäßigen und ein-fachen, zu einem glücklichen Resultat am sichersten füllenden Mit-tel ergriffen. Die neuesten Forschungen und Versuche habentUls von jenen complicirtea Methoden zurückgebracht, die niemalseine wirkliche Gewißheit, wohl aber manche Vereitelung herbei-führten. An deren Stelle sind zweckmäßige und bestimmte Ein-richtungen getreten.

In den Theilen Chinas, wo das Clima dem SeidenbauNunstjg, und der wahrscheinlich das einzig wahre Vaterland derSeidenraupe ist, bleibt sie in Freiheit, frißt an den Blättern desgleichfalls einheimischen Maulbeerbaums, nach ihrem Gefeil-ten und geht an den Zweigen desselben alle ihre Häutungendurch, ohne den Beistand der Hand des Menschen zu bedürfen;sobald der seidne Ball aber beendigt, nimmt ihn der Alles an sichheißende Mensch als sein Eigenthum hinweg und verschont nurgeringe Anzahl, die erforderlich ist, durch Fortpflanzung ihmkünftig den gleichen Ertrag zu sichern. *)

Diese Seide, welche die Natur producirt, ist jedoch nicht sosein, als die, welche unter Bedachung durch Raupen, die der sorg»

Mr. Marteloy von Montpellier machte viele Versuche über dieeidenraupenzucht, und überreichte dem Minister ein Memoire über dieseninstand. Dem Minister zu willfahren, machten die Behörden von Lan-°»kdoc einen Versuch, welcher öffentlich in freier Luft, im Garten des Je-^Uer-Collegiums zu Montpellier gemacht wurde; die Leitung des Ganzenard Hxrrn v. Marteloy übertragen und ihm 1200 Livres zu den etwai-in? Ausgaben angewiesen. Der Versuch gelang vollkommen. Es war^ Jahre > 764 , als derselbe gemacht wurde. Er wurde !m folgenden..bke wiederholt und lüOO Fr. dazu bewilligt. Lag es nun an dem un-"stigen Weiter, an den in diesem Jahre so häufigen Regengüssen, dien, "Elwendige Füttern der Raupen mit trocknen Blättern unmöglichdie Versuch schlug das Mal gänzlich fehl. Man gab nun

z, ^sdenzucht im Freien in diesem Destricte gänzlich auf; doch ward durch^ teilweise glücklichen Erfolg das Gute bewirkt, daß die Seidenzüchterstitd" Ässern System Zugang gestatteten, indem sie die Räume lüfteten, under e"> ward die Scidenprodukticn sehr ausgedehnt im Languedoc. — (Be-ttungen über die Seidencultur von A. Stephenson.)