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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

der Mitte so vertheilt wird, daß zwischen jedem Kreise der Zwi-schenraum etwa einen Zoll betragt. In diesen Zwischenräumenspinnt sich die Raupe ein, und man will bemerkt haben, daß siebei dieser Vorrichtung weniger Seidenstoff mit Florel- (Watt-)Seide verdirbt, als wenn sie genöthigt ist, ihre Faden in einemweitem Raum anzuspinnen. In dieser Periode behängt mandas ganze Zimmer sorgfältig mit Watten, um der äußern Luftund dem Lichte den Zugang zu wehren, weil man glaubt, daßdie Raupe am fleißigsten im Dunkeln arbeite.

Nach sieben Tagen — von dem Zeitpunkt an gerechnet,wo die Raupe ihren Cocon zu spinnen angefangen hat — sam-melt man haufenweise die Cocons, sondert die zur neuen Brütbestimmten aus, die man auf trockne, luftig stehende Horden legt,und tödtet die Puppe in denen, die man abhaspeln will. Dievon den Chinesen für die beste gehaltene Methode ist folgende:Sie füllen große irdene Gefäße mit schichtweise eingelegten Co-cons, indem sie auf jede Schicht ihres Gewichts Salz streuen;sind die Gefäße gefüllt, so bedeckt man deren Inhalt mit Blät- >lern, die denen der Wasserlilie gleichen, worauf das Gefäß festverstopft wird.

Beim Abwickeln sondern die Chinesen sorgfältig die feine,glänzende, weiße Seide von der viel dickern und dunkelfar-bigem.

In Indien gestattet das milde Clima die Seidenzucht inGebäuden, die mehr Schoppen als Häusern zu vergleichen sind;denn sie sind von Latten construirt und mit Stroh bedacht.Diese Gebäude sind gewöhnlich 9 Fuß hoch und 15 Fuß breit;die Länge ist unbestimmt und richtet sich nach dem mehrern odermindern Umfang der Seidenzucht, die darin betrieben werden soll-In der Mitte des Gebäudes bleibt ein Fußpfad frei, damit dieRaupenwarter zur Betreibung ihres Geschäfts, darin hin undher gehen können. An jeder Seite des Ganges befinden sich <zwölf über einander angebrachte Schichten, die von dünuem Strick-werk oder von dünnem Bambusrohr, schachtelartig angefertigtsind und worin sich die Raupen aufhalten. Wenn sich dieselbeneinspinnen wollen, versetzt man jede einzeln in einen schmalen,aUS schwachen BambuSenden verfertigten Behälter.