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Zweiter Theil.
höchstens die Unterhaltung unterbrechen und als eine verdrieß-liche Störung zu betrachten sind, die aber im Allgemeinen, alsEceigniß gedacht, den Wohlstand und Unterhalt von Tausendengefährden würden.
Es sind von Zeit zu Zeit verschiedene Abhandlungen er-schienen, die weitläufige Belehrungen enthalten, die zum Leitfa-den bei der Seitencultur zu dienen bestimmt waren. NeuereSchriftsteller haben diesen Industriezweig in Folge der stets wach-senden Intelligenz, vernünftiger und nach vraktischer Erfahrungabgehandelt. Auffallend ist es jedoch, wie auch noch in neue-rer Zeit über einen Gegenstand, der das Interesse einer sozahlreichen Classe der bürgerlichen Gesellschaft in Anspruch nimmt,die ungereimtesten und naturhistorisch unrichtigsten Berichte überdenselben stattfinden können.
Pomet, der bedeutendste Droguist zu Ludwig XIV. Zeit,welcher gegen das Ende des 17tcnJahrhunderts seine »allgemeineGeschichte der Dcoguen (Spezerei- und Farbewaaren)» schrieb, dieihm einen großen Ruf erwarb, schreibt mit voller Ueberzeugungdie Anweisung Isnard' s zur Verbesserung der Seidenraupen-brut, nach, die hier folgt:
»Zur Zeit, wo die Maulbeerblätter zum Pflücken zeitig sind, !waS etwa fünf Tage nach dem AuSschlagcn derselben, zu An-fang deS Frühlings, anzunehmen sein möchte, füttere man eineKuh, die dem Kalben nahe ist, ausschließend mit Maulbeerblät-tern, bis das Kalb geboren ist, und setze diese Ernähcungsartnoch 8 Tage fort, ohne Zuthun irgend eines andern Nahrungs-mittels, dann lasse man Kalb und Kuh mit demselben Nah-rungsrcgime für beide noch einige Tage zusammen. Wenn nundaS Kalb auf diese Weise gänzlich von Kuhmilch und Maulbeer-blättern gesättigt ist, so todte und zerschneide man eS bis aufdie Füße in Stücke, thue alles, ohne irgend etwas wegzuwer-fen, Blut, Knochen, Fleisch, Haut und Eingeweide, in einen höl- fzernen Trog und stelle es oben ins Haus, etwa auf einen Korn-boden, oder eine Bodenkammer, bis es in Verwesung übergeht.
Aus diesem Gemisch werden kleine Würmer entstehen, die manin Haufen von Maulbeerblättern legt, wie die aus Eiern ge-wonnenen Raupen. Diejenigen, welche einen Handel damittreiben, erneuen alle 10 —12 Jahr auf vorbeschriebene Weisedie Seidenraupenbrut.» Jsnard'S Abhandlung ward lange Zeit,in Beziehung auf den Seidenbau, als eine Autorität betrachtet. t
Es würde schwer sein, den Ursprung dieser kindischen Fabel !