Viertes Capitel.
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zu erforschen, und man weiß kaum, ob man mehr über die Un-verschämtheit der Lüge, oder die Leichtgläubigkeit der Betrogenenerstaunen soll.
Tausende der Landsleute Jsnard's hätten aus eigner Er-fahrung die ungereimte Behauptung desselben widerlegen können,und dennoch durfte ein Mann, unter dem Schutze seiner Be-rühmtheit, und der freilich mit Recht zu den wissenschaftlich gebildet-sten Männern seiner Zeit gehörte — in mitten der HauptstadtFrankreichs eS wagen, jener Behauptung das Siegel seiner Au-torität aufzudrücken. In einer spätern Zeit gab Lerne rydie Werke Pomets, mit einem Commcntar versehen, von neuemheraus und dieser Mann, der die Chemie von dem dichten Ne-belschleier bcfreicte, der damals noch auf derselben ruhte, behieltden obigen Auszug bei und bemerkt nur auf eine naive Weise:»Jedoch ermangelt diese Ansicht der Bestätigung!!»
Die erste Rücksicht, die bei einer beginnenden Seidenzuchtzu nehmen ist, besteht in der Wahl der Eier. — In den fol-genden Jahren werden diese von der eignen Brüt geliefert. Beidem ersten Anfang hat man sich aber sehr vor dem mannich-fachen Betrug zu hüten, der bei dem Handel mit Eiern statt-findet und vor dem viele italienische Schriftsteller, die über denSeidenbau geschrieben haben, warnen und auf die dabei statt-findenden Kunstgriffe aufmerksam machen. Gute gesunde Eierhaben eine bläulich graue Farbe; die ins Gelbliche spielenden kaufeman in keinem Fall. Die Bauern, die oft gelbliche Eier ha-den, geben ihnen dadurch das Ansetzn gesunder Eier, daß sie die-selben iii dunkelgefärbtem Wein waschen, und es gehört dergrößte Scharfblick dazu, diesen Betrug zu entdecken.
Wenn die Eier aus entfernten Gegenden kommen, so istdie größte Aufmerksamkeit nöthig, um das zu frühe Ausbrütenzu verhüten. Sehr erfolgreich hat es sich erwiesen, wenn mandieselben in kleine Gläser legt und diese gegen das Eindringender Luft und Feuchtigkeit unzugänglich macht. Diese Gläserstellt man in kaltes Wasser und erneut dasselbe so oft es warmwird. Das Verfahren beim Ausbrüten der Eier wurde kürzlich"och guf eine sehr unbestimmte und »»methodische Weise betrie-ben. Viele Seidenzüchter hingen gänzlich von der wärmern»der kältern Jahrszeit, hinsichtlich der Belebung der Eier ab;andere bedienten sich der Mistbeete; die gewöhnlichste Art aberwar, sie durch die Wärme des menschlichen Körpers auszubrü-teu. Man that zu dem Ende zwei Unzen Eier in einen klei-