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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

nen, seidenen, oder baumwollenen Beutel und trug diesen aufder bloßen Haut im Busen. Die Personen, bei denen sich die-ses Raupendcpot befand, durften sich keine starke Bewegung ma-chen, um die Eier nicht zu verletzen, die auch durch die verän-derte Temperatur gelitten haben würden. Da es aus jenenGründen bedenklich gewesen sein würde, die Eier wahrend derNacht an sich zu tragen, so mußten sie denn zwischen zweiKopfkissen gelegt werden, denen man durch Erwärmung dieTemperatur deS menschlichen Körpers gegeben hatte, wobei mansie dadurch vor schädlichen Einflüssen zu schützen suchte, daß mansie mit dichten Stoffen bedeckte, die unmittelbar über die Eiergebreitet wurden. Wenn diese Periode drei Tage gedauert halteund man erwartete, daß die Raupen bald auskommen würden,so wurden die Eier in dünne hölzerne Schächtclchen, — den Obla-tenschachteln ähnlich — gethan und auf die beschriebene Weisezwischen Kisten gelegt. Waren sie am folgenden Tage noch nichtausgebrütet, so bedeckte man sie abermals mit erwärmten Kissenund fuhr damit fort, bis das Insekt seine Schale durchbrochenhatte. Einige verwarfen die menschliche Körperwärme als Aus-brütungsmittel und bedienten sich vom Anfang an der erwärm-ten Kissen. Graf Dandolo gab dem Gebrauch den Vorzug,die Zimmer vermittelst Oefen zu erwärmen und darin die Rau-pen auszubrüten. Er machte dadurch das Verfahren um vie-les sicherer und räumte so viele Schwierigkeiten hinweg, diedasselbe sonst begleitete. Ehe der Graf die Eier in diese er-wärmte Atmosphäre brachte, bewegte er das Zeug, an welchemsie anklebten, 5 — 6 Minuten in einem Gefäße mit Wasser, umdas Festkleben der Materien, die sie an dem Zeuge festhält, zuvermindern; dann ließ er einige (etwa 2 — 3) Minuten langdas Wasser abträufeln, dann das Zeug, woran die Eier fest-sitzen, auf Tischen ausbreiten, wo die Eier vorsichtig mit einemInstrument von demselben abgekratzt wurden; das Instrument, idessen man sich dazu bedient, darf nicht so scharf sein, um dieEier zu zerschneiden, aber auch nicht so stumpf, um dieselben zuzerquetschen. Die auf solche Weise abgehobenen Eier werdenabermals ins Wasser gebracht und darin gewaschen, bis derGummi sich ablöst und die Eier von einander ablassen. Dieje-nigen, welche etwa oben auf dem Wasser schwimmen, wirft manweg, weil sie untauglich sind. Nun werden sie in einem leich-ten Wein gewaschen, bis sie sich ganz vereinzeln und nicht weheqn eingnder kleben. Dann müssen sie abermals ablaufen und