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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

liefern ein größeres Gewicht reiner Seide als alle andern. Diedunklere Färbung entsteht aus einer stärkern Beimischung vonGummi und der Vortheildcs Gewichts ist für die Seidenzüchter,indem erst vor dem Weben die Gummisubstanz ausgeschieden wird. >

Roher Seide von blasser Färbung giebt man den Vorzug, !weil sie mannichfaltigere Farben annimmt.

Zur neuen Brüt wählt man diejenigen Puppen, deren Co-con vollkommen gesund und von feiner Seide zu sein scheint.Als ein Kennzeichen dieser Eigenschaft betrachtet und wählt mandie Cocons, deren Enden etwas abgerundet und compact sind,und um deren Mitte eine eingedrückte Stelle, wie die Spureines Ringes oder Vändchens, bemerkbar ist. Man giebt denCocons von dieser Gestalt deßhalb den Vorzug, weil man glaubt,daß die Constitution ihrer Bewohner besonders stark sei. DerGraf Dandolo meint, daß diese Auswahl zu ängstlich sei, undalle vollkommen gebildeten Cocons gleich gut zur Fortpflanzungwaren. Jedoch ist es nothwendig, eine gleiche Anzahl männli-cher und weiblicher Cocons zur Brüt zu nehmen. Die ersteren ^unterscheiden sich durch mehr zugespitzte Form an den Enden,und obgleich dieses kein ganz untrügliches Kennzeichen ist, so istes doch sicher genug, um sich davon leiten zu lassen. Manbreitet diese zur Brüt bestimmten Cocons in dünnen Lagen aufTischen aus. Ein noch besseres und jetzt allgemeineres Verfah-ren ist: dieselben auf Fäden zu reihen, wobei man sich indessenin Acht zu nehmen hat, um mit der Nadel nicht zu tief in dieSeide einzudringen. Diese, von den aufgereihten Cocons gebil-deten Stränge hängt man, in Gestalt von Festons, und zwarhoch genug auf, damit kein Ungeziefer sie erreichen könne. DieWattseide nimmt man gewöhnlich ab, weil man dem Schmet- !terling dadurch das Durchbrechen der Hülle zu erleichtern glaubt-

Um eine gleichmäßige Zahl Seidenraupen im nächste"Jahre zu erhalten, wählt man ^ der gcernteten Cocons z»k «Brüt aus. Dieses erscheint freilich verhältnissmäßig viel, denn dievorjährige Zahl würde sich dadurch verdreifachen können, alle'"man muß viel auf den Verlust rechnen.

Bei der zum Abwickeln bestimmten Seide muß nun da§erste, damit-vorzunehmende Geschäft sein, die in den Cocons be-findlichen Chrysaliden zu tödtcn. Man bedient jsich dazu ver-schiedener Mittel; je nachdem das Clima ist, kann man bell ^Zweck durch die alleinige Einwirkung der Sonnenstrahlen erce>- ^chen. In diesem Falle setzt man die Cocons an einem ruhige"-