Siebentes Capitel.
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Es muß für den Seidcnzüchter stets ein Gegenstand deräußersten Sorgfalt sein, daß aus allen Eiern gleichzeitig dasLeben sich entwickele und gerade in der Zeit, wo der Maulbeer-baum seine ersten Blätter treibt, und es scheint, daß dieses mitHülfe künstlicher Mittel und zweckmäßiger Einrichtungen, eineeinfache Sache fei; und dennoch haben sich in der Ausführungso große Schwierigkeiten gezeigt, daß zu deren Abhülfe immervon Zeit zu Zeit AuSkunftsmittel vorgeschlagen sind.
Man hat allen Scharfsinn aufgeboten, um ein Surrogatfür die natürliche Nahrung der Seidenraupe zu finden, überwelches man zu jeder Jahreszeit disponircn könne und wodurchdie Unfälle zu beseitigen sein mächten, die das Pfropfen derMaulbeerbäume für den Anbau begleiten. Ein kenntnißreicherBotaniker, Dr. Lodovico Bella rdo zu Turin, machte vielevergebliche Versuche, um ein Ersatzmittel für das Maulbeerblaltju finden, bis er endlich auf den Gedanken kam, die Seidenrau-pen mit getrockneten und zu dem Zweck sorgsam bereitetenBlättern vom vorigen Jahre zu füttern. Dieser Versuch halteden günstigsten Erfolg.
Die Blätter waren gegen das Ende des Herbstes undehe sie vom Frost im mindesten gelitten, gepflückt, auf Tü-chern ausgebreitet, an der Sonne getrocknet, zu Pulver zerrie-ben und während des Winters an einem ganz trocknen Orteaufbewahrt. Ehe man dieses Pulver der jungen Brüt reicht,wird es ein wenig angefeuchtet und in einer dünnen Lage inder Nähe der Insekten ausgebreitet. Diese siengen sogleich be-gierig an davon zu fressen und zogen es jedem andern Surro-gak vor. Weil man noch immer die Hoffnung nicht aufgab,die Seidenraupen in England zu naturalisircn und man alsdas größte Hinderniß den Mangel einer genügenden Menge^ Futters betrachtete, so versuchten alle dabei interessirte Personenfortwährend, ein Blatt zu finden, wodurch das Maulbeerblalt"setzt werden könne. Untern Andern machte Se. Ehrwürden^"r. Swaync mit größtem Eifer und mit der lobenswerthenAbsicht diese Versuche, um der ärmeren Klasse, die zu einem Ver-dienst durch Taglohn zu schwach wäre, eine vortheilhafte Be-schäftigung zu verschaffen, da die Mehrzahl der, bei der War-^ug der Seidenraupen vorkommenden Arbeiten leicht vongrauen, Kindern und bejahrten Personen verrichtet werden kön-Uen. H„r Swayne machte verschiedene Proben mit mehrc-'u Ernährungsarten. Zu dem Ende setzte er eine gleiche An-