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Zweiter Theil.
Bon i» Frankreich eine Methode entdeckt, aus jenem Sack derSpinnen Seide zu gewinnen, deren Anwendung zu mehrerenArtikeln versucht wurde. Die folgenden Einzelheiten sind auSeiner, damals von Herrn Bon herausgegebenen Abhandlung,und aus Aufsätzen entnommen, die in die Werke der Königli- lchen Akademie von den Jahren 1710 und 1711 eingerückt wa- jren.
Man classisicirt die Spinnen gewöhnlich nach ihren ver-schiedenen Farben, schwarz, braun, gelb u. s. w., oder auch nachder Zahl ihrer Augen, deren einige nicht weniger als 10, andere8 und 6 Augen haben. Herr Bon führt jedoch nur zweiseidenspinnende Gattungen an, die er durch lange und kurzeBeine unterscheidet. Die letztere bringt die feinste Sorte roherSeide hervor. Diese ist nach dem Urtheil jenes scharfsinnigenBeobachters eben so schön, stark und glänzend, als die des üom-d^x. Die Spinne spinnt ihre unendlich feinen Fäden aus War-zen, die sich an dem Hintern Theile ihres Körpers befinden.Diese Warzen verrichten den Dienst von eben so vielen Draht-zügen und formen eine klebrige Flüssigkeit zu Fäden, die, nach-dem sie durch dieselben hingegangen, an der Lust sich härten unddie Seide bilden.
Der berühmte Naturforscher Reau mur, welcher gleichfalls ^eine große Aufmerksamkeit auf dieses Insekt verwandt, hat ent-deckt, daß jede seiner Warzen aus einer großen Anzahl kleinererbestand, so klein, daß sie dem Auge nicht erkennbar, nur durchihre Wirkung sich bekunden. Wenn man den Körper derSpinne zwischen den Fingern drückt, so fließt die Feuchtigkeit, aus !der sich die Fäden bilden, in die Warzen; verstärkt man denDruck des Fingers, so dringen deutliche Fäden aus jeder Wac-zenöffnung hervor, zu fein, als daß man sie genau zu zählen ver-möchte; allein es ist erwiesen, daß deren eine große Anzahl auseiner großen Warze hervorgehn. *)
Diese Thatsache erklärt die Fähigkeit der Spinnen, Fädenvon verschiedener Stärke zu weben, indem sie mehr oder weni-ger Warzen durch den Druck in Thätigkeit setzen. Wenn dieSpinne ihr Gewebe beginnt, vereinigt sie die verschiedenen, kaumwahrnehmbaren Fäden zu einem Faden, den sie aus ihrem Kör- jper hervorzieht. Die Beschaffenheit desselben hängt von der ^
-) Funke, in seiner Naturgeschichte, giebt dieZahl baldiwnit «us 1000«n, die wieder »Inen Faden bilden.