Achtes Capitel.
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tete, daß das Spinncnweibchen 6 — 700 Eier, die Seidenraupenur 100 lege, daß von diesen höchstens die Hälfte so weit zurReife gediehen, um gute Cocons zu spinnen, während die Spinneschnell und ohne Beschwerde in den Monaten August und Sep-tember auskommt; daß die alten Spinnen, kurz nachdem sieihre Eier gelegt, stürben, die jungen aber blieben 10— 12 Mo-nate in ihren Säcken, ohne zu wachsen, ohne Futter zu bedür-fen, bis das heiße Wetter ihre zähe Flüssigkeit in Bewegungdringt und sie bewegt hervorzukommen, wo sie dann spinnen,umherlaufen und selbst ihr Futter suchen.
Herr Bon schmeichelte sich in seiner Parteilichkeit, daß,wenn man nur eine Methode zu erfinden vermöge, um jungeSpinnen in Zimmern zu ziehen, so würden diese eine größereQuantität Seide liefern, als die Seidenraupe. Von 700—800jungen Spinnen, welche er fing, starb kaum eine im Jahre,während nach seiner Berechnung, von 100 Seidenraupen kaum40 den Zeitpunkt erleben, wo sie Cocons spinnen. SeinemSpinnen-Etablissement ward auf folgende Weise vorgestanden.Herr Bon ließ alle kurzbeinigen Spinnen, deren man habhaftwerden konnte, durch dazu angestellte Personen sangen und ab-liefern; diese setzte er in Papiertüten und mit Papier zugebun-dene Töpfe. Das Papier durchstach er, um den GefangenenLuft zu geben. Diese wurden fleißig mit Fliegen gefüttert, undnach einiger Zeit ergab sich, daß die Spinnen ihren Sack gebil-det hatten. Der eifrige Sachwalter der Spinnencolonie be-hauptete, daß die Spinnensäcke, im Verhältniß zu ihrem Ge-wicht, weit mehr Seide lieferten als die Cocons der Seiden-raupe. Als Beweis führte er an, daß dreizehn Unzen von er-steren ziemlich 4 Unzen reiner Seide geliefert, wovon zwei zueinem Paar Strümpfen hinreichten, während dazu von gewöhn-licher Seide 7 — 8 Unzen, wie er sagt, erforderlich sind.
Won verschiedenen Personen wird die Spinne für giftiggehalten und gefürchtet, daß diese Eigenschaft auch auf die Seidestch übertrage. Herr Bon bestreiket dieses aber als ein Vorur-teil; er versichert, oft durch Spinnen gebissen worden zu sein,°hne im geringsten üble Folgen davon empfunden zu haben,^ielmehr habe das Gespinnst der Spinnen sich häufig als blut-stillendes und heilendes Mittel bei Wunden erwiesen, indem dieklebende Eigenschaft desselben wie ein Wundbalsam wirke. Ein-mal entschlossen, in seiner Licblingsforschung alles, nur mögliche^ute zu finden, unte warf er die Spinnenseide einer chemischen