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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

Untersuchung, die ein flüchtiges Salz ergab, mit welchem erwieder auf die Weise verfuhr, wie man die englischen Tropfen(Kuttse /lnZliesiiae) bereitet, die einst in Europa so berühmtwaren, und behauptete, daß diese von den aus Spinnenseide be-reiteten, an Wirksamkeit weit übertreffen würden. Er nanntedieses Präparat »Tropfen von Montpellier- und empfahl derenGebrauch bei allen chronischen Krankheiten. Die KöniglicheAkademie hielt den Gegenstand der Beachtung werth und be-auftragte Herrn Reaumur, dieses neue Seidcnmaterial zuprüfen. Im Laufe seiner Untersuchungen entdeckte der be-rühmte Naturforscher viele bedeutende Hindernisse, deren Ge- ^sammtheit die Unausführbarkeit des von Herrn Bon beabsich- !ligtcn Seidenetablissemenls erweist. Neaumur behauptet, daßschon ihre natürliche Feindseligkeit es unmöglich mache, sie gemein-schaftlich ausbrüten zu lassen und aufzuziehn. Wenn man nun4000 — 5000, zu 50—100 oder 200 Stück zusammen, inZellen vertheilte, so ergab sich, daß die größern Spinnen sogleichdie kleinern tödtcten, auffraßen und die Zellen in kurzer Zeit ent-völkert und in einer Zelle nur ein, oder höchstens zwei Bewoh-ner noch übrig waren. Diesem natürlichen Hange zur Vertil-gung ihrer Gattung, schreibt es Neaumur besonders zu, daß,!m Vergleich zu der großen Anzahl Eier, welche die Spinnen le-gen, diese so selten sind. Wenn es aber auch möglich wäre,ihre kriegerische Natur in eine Neigung zu friedlicher Gemein-schaft bei diesen Insekten zu verwandeln, so sind noch andereHindernisse gegen diesen Versuch vorhanden. Reaumur be-hauptet, daß die Spinnenseide unendlich schlechter, weniger glän-zend, auch nicht so stark, als die der Seidenrauve ist; daß fer-ner die Spinne im Verhältniß viel weniger Material liefere,das wirklich zur Verarbeitung geeignet sei. Alles dieses wardgenügend erwiesen; jedoch übertrieb Reaumur auf der andernSeite auch wieder in den, Herrn Bon entgegen gestellten Folge-rungen. Der Faden des Spinngewebes ward stark genug ge-funden, um, ohne zu reißen, das Gewicht von 2 Gran zutragen; doch das Gespinnst des Sacks, obwohl es viel stärkerist, trug nur das Gewicht von 36 Gran, während der Fadender Seidenraupe 2^ Drachme trägt; mithin sind, sagt Reau-mur, fünf (vier?) Fäden der Spinne an Stärke gleich einemFaden der Seidenraupe. Nun aber können diese mehreren An-den unmöglich so genau zu einem vereinigt werden, daß nicktkleine Zwischenraume bleiben sollten, von denen das Licht nicht