Buch 
Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
Seite
160
JPEG-Download
 

160

Zweiter Theil.

fördert wurde, indem es zu Tarent, Im Königreich Neapel, auSdem Wasser hervorgezogen ward. Dieser Stoff besteht aus einemfesten, braunen Seidengewebe, welches wärmender als Wolle,und glänzender als gewöhnliche Seide ist, und das von den Al»ten zu Mützen, Handschuhen, Strümpfen, Kamisölern u. s. w-verarbeitet wurde. Dieser Stoff ward von einer Gattung dclSchalthiere gewonnen. Ich selbst habe dergleichen Act vonSeide an Schalen gesehen; ich glaube, daß diese zu der gezähn-ten Gattung gehörten, doch kann ich es nicht behaupten.« *)

In Palermo werden von diesen Fäden sehr schöne Fabri-kate gefertigt; an vielen Orten sind sie der Hauptgegenstand dekFischerei, und die Seide ist ganz vortrefflich. Jedoch gehör!schon das Gespinnst vieler Steckmuschel» zu einem einzigen PaakStrümpfe.

Der einzelne Faden ist so fein, daß ein Paar daraus ge->fertigte Strümpfe, bequem in einer Schnupftabacksdose von ge-jwöhnlichcr Größe Raum haben. Dem Papste Benedict XlV-wurden im Jahre 1754 von jenem Material Strümpfe über-reicht, die ungeachtet ihrer erstaunlichen Feinheit gleich gut gege»Kalte und Hitze geschützt haben sollen. Strümpfe sowohl alsHandschuhs von der Pinnaseide, sollen dennoch zu erwärmendzum gewöhnlichen Gebrauch, aber äußerst wohlthätig bei Giclstund rheumatischen Uebeln sein. Die erwärmende Eigenschaft/sowohl des Byssus, als der Seide, liegt wahrscheinlich darin,daß sie beide unvollkommene Leiter der Hitze und Elektricität/sind.

Es ist nicht anzunehmen, daß die Pinnaseide jemals in gr»'ßer Menge gewonnen werde und — außer an den Orten,sie gewonnen wird — etwas Anderes, als eine Seltenheit st!"könne. In England findet man sie nur als solche in Künstebinetten. Sowohl die Außenseite, als seinen hauptsächlichst^Bestandtheilen nach, ist das Erzeugniß der Steckmuschel, »lkSpinne und der Seidenraupe sich so gleich, daß man sie st^wohl mit der generellen Benennung Seide bezeichnen kan»-Gleichartig, wie diese sind, erregt die Verschiedenheit der sie el'zeugenden Wesen, wie im Allgemeinen die zahlreichen Gege^stände, die wir in den wunderbaren Werken der Naturnehmen, unser Erstaunen und unsere Bewunderung, und eS n

»> Philosophie für junge Herren und Damen. Bon iLenjavN"

Martin, vol. lll. x. 179.