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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Viertes Capitel.

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keines der kleinsten, daß drei ganz verschiedene Thiere, aus ganzabweichenden Nahrungsstoffen — den Seethieren, den Fliegen,und dem Maulbeerblatte, — den gleichen Stoff, die Seide,bereiten. *)

') Der Theil von Nick,olson's „Journal der natürlichen Philo-sophie," enthalt einen Aufsatz über die Caffada-Raupe, welche der ameri-kanisch-philosophischen Gesellschaft von Hrn. Baudry des Loziöresals das Ergebniß seiner eignen Forschungen auf der Insel St. Domingozuerst mitgetheilt wurde. Das erwähnte Insekt hat nicht die Fähigkeit,selbst Fäden hervorzubringen, sondern es ist, merkwürdiger Weise, das Re-servoir einer solchen Substanz, im Dienste anderer fädenspinnenden Ge-schöpfe. Ein kurzer Bericht über diese merkwürdige Naturerscheinung dürstesür den Leser nicht ohne Interesse sein.

Die Caffada entsteht, gleich der Seidenraupe, aus den Eiern einesSchmetterlings. Dieser ist von weißlicher Farbe oder perlfarbig. Siekommt im Juni aus den Eiern und entwickelt sich so schnell, daß die Rau-pe schon im September in einen Schmetterling verwandelt ist. Sie erscheintzuerst in einer Hülle von dem glänzendsten Farbensxiel, und darin ist sieder Seidenraupe unähnlich, der sie sonst an Gestalt gleicht; sie frißt dieBlätter des Indigo und der Cassadapflanze, und da sie sehr gefräßig ist,so rastet sie we»er bei Nacht noch am Tage. Die Verwüstungen, welchesie anrichtet, werden von den Pflanzern als ein ernsthaftes Uebel angesehn.Ihre Aufmerksamkeit ist daher bei weitem mehr auf die Vertilgung diesesschädlichen Insekts, als auf den Gedanken gerichtet, wie vielleicht ein Vor-theil aus demselben zu ziehen sein möchte. Im August geht die Raupeihre erste Verwandlung durch; sie wirft ihre buntfarbige Hülle ab und er-scheint einfarbig meergrün, indem sie, in allen Schattirungen dieser Farbe,nachdem sie sich bewegt, schillert. Diese Verwandlung ist das ZeichenAngriff sür eine kleine Fliegengattung, die Jchneumonsfliege genannt.Sie hat diese Benennung durch die Vertilgung mehrer schädlicher Jnsek-cn erhalten, wodurch sie dem Menschen nützlich wird und ihm vielleichtdadurch eben so nützliche Dienste leistet, als die gleichnamige Eidechsenart,Und welche die Brüt des, zwar minder häufigen, aber viel größerenotrokodills zerstört. Die erwähnten Fliegen greifen in solchen Schwär-mer, die Cassadaraupe an, daß deren Rücken und Seiten gänzlichdavon bedeckt sind. Zuerst bohren sie ihren Stachel in die Haut derckiaupe und legen ihre Eier in die dadurch verursachte Wunde. Wäh-M»d dieser schmerzhaften Operation giebt die Raupe auf alle Weise ihr Lei-zu erkennen, sie bäumt und windet sich und bietet jede Anstrengungduf, ihre grausamen Peiniger los zu werden.

Sobald die Fliege ihre Eier sicher in der Haut der Raupe geborgendat, verschwindet sie. Diese bleibt, erschöpft von der gemachten Anstren-gung üb,r eine Stunde in einer Art von Letargie liegen, woraus sie dennwieder erwacht, um mit verstärkter Begierde zu fressen. Ungefähr 14 Ta-nachdem die Raupe den Fliegcneiern so unfreiwillig Quartier gegeben,nb während welcher Zeit sie täglich wächst, ist sie gänzlich mit einer Be-eidung von lebenden Thierchen bedeckt, die von dunkelbrauner Farbe sind,nd aus der nur der Kopf der Raupe noch hervorsteht. Beobachtet man" sorgfältig die Operationen dieser neu ausgekommenen Insekten, so

(Seidenmanufaetur.)

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