Drittes Capitel.
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Das Weberschiff, welches den Aufzug mit dem Einschlag durch-schießt, sieht einer Filetnadel ähnlich und ist etwas länger alsdie Breite des Gewebes, weil es auch den Dienst der Lade zu-gleich verrichtet und den Faden des Einschlags die Dichtigkeitgeben muß. Mit diesem rohen Apparat fertigt nun der India-ner ein Gewebe, welches an Feinheit nicht übertreffen wird unddem die europäischen Weber ihre Fabrikate kaum zur Seite stel-len können, wie sehr sie auch von dem Hülfsmittel zweckmäßi-ger Maschinen unterstützt sind. Nur in Klimaten, wo es we-nig Lebensbedürfnisse giebt, und unter Verfassungen, wodie bevorrechtete Kaste das unglückliche Volk aller Mittel be-raubt, jemals mehr, als nur diese nothwendigsten Lebensbedürf-nisse zu erreichen, kann eine solche Arbeit stattfinden.
Das Weben ist sich fast immer gleich, welches Materialauch verarbeitet werden mag. Der wesentliche Unterschied inden Webstühlen besteht in der großem oder geringern StarkeUnd Festigkeit, je nachdem das zu verarbeitende Material vongröberer Beschaffenheit ist. Der Webstuhl, dessen man sich ge-wöhnlich zu glatten Zeugen bedient, ist hier dargestellt. ^ istder Weberbaum, oder die Walze, worauf die Fäden des Auf.öUgs gewunden sind, nachdem sie, wie beschrieben werden soll,gleichmäßig vertheilt sind. /k ist der Brustbaum, an welchem-gleichfalls die Fäden deS Aufzugs befestigt sind und der dasSeidengewebe aufnimmt, so wie es allmählich fertig wird. (s.Rig. 11.) 6 ist ein Gewicht, welches an dem Webstuhl bese-ligt und über der Walze aufgehängt ist, um durch die Frictionden AufzugSfäden die erforderliche Spannung zu geben; -VLsind Tretschämel, auf welche der Weber abwechselnd mit den Fü-sen tritt; und da der Tretschämel an die Schäfte oder"Kämme es befestigt ist, so ergiebt sich daraus, daß das Nieder-drücken jedes Fußschämcls correspondirend auf die Kämme wirkt.Die beiden Schäfte c/ck und 66 bestehen aus zwei horizontalenStäben, durch welche in ihrer ganzen Länge, eine große Anzahldünner Schnüre von gleicher Länge gezogen sind. Jene beidenSchäfte sind wieder durch eine Schnur und Winde so vereinigt,düe eS in der Zeichnung dargestellt worden, zuweilen aber auchurch eche andere Vorrichtung, und zwar in der Art, daß das^Niederdrücken des einen, das Heben des andern bewirkt. DieseSchäfte heißen gewöhnlich das Geschirr; sie haben an dentunkten, wo der Einschlag durch sie hingeht, eine Röhre. Je-bk einzelne Faden desselben geht in regelmäßiger Reihefolge