Drittes Capitel.
193
AufzugS, und dadurch getrennt und geleitet. Nun halten 1oder 2 Personen die Fäden ihrer Länge nach fest, wahrend an-dere sie auf die Walze winden und diese umdrehen,i Nun geschieht das Ziehen oder Durchsäbeln. Dieses bestehtdarin, daß jeder Faden regelmäßig durch den ihm bestimmtenRing, in den Schaft gefädelt wird. Dieses zu bewerkstelligen,stellt sich der Weber dem Schaft gegenüber und,, die Schlingendesselben nach einander öffnend, erhält er die Fäden von einer,jenseits derselben, stehenden Person, deren Geschäft ist, sie,j wenn sie durch die Schlinge gegangen sind, zu sondern. Derauf diese Weise durch die Schäfte gezogene Aufzug wird ver-Mittelst eines kleinen HakenS durch den mittlern Zwischenraumdes Röhrchens gezogen und, je nachdem das Weben beschaffen>st, mehrere Fäden zwischen jeden jener Räume gebracht. Die-ses gilt nicht von den zwölf äußern, sich am Rande befinden-den Zähnen, durch welche mehr Fäden zur Bildung der Eggegefädelt werden. Die Enden der Kettenfäden werden sämmtlich,und jeder einzeln an den Schaft befestigt (geknotet) und, wenndieses mit dem Brustbaum, vermittelst Schnüre, in Verbin-dung gesetzt ist, so ist der Auszug zum Weben fertig. Ist eSdem Weber nur irgend möglich, so vereinfacht er das Verfah-ren des Einfädelns oder Aufziehens, indem er seinen neuen Auf-iug an die Fadenreste des alten anknüpft. Dieses erspart dieArbeit, neue Fäden durch die Ringe und Zähne des Rohrs zufädeln; sie folgen dann von selbst regelmäßig den alten Fäden,^oran sie befestigt sind. Um dieses von der erst erwähnten! ", die Kette zu befestigen, zu unterscheiden, nennen es die
-tveber Anknüpfen, und es erspart ihnen diese Manier wenig-'.ens ^ der Arbeit beim Aufzug. Das Weberschiff besteht aus> 'Wem Stück Buchsbaumholz, welches 3 bis 6 Zoll lang, undj jedem Ende zugespitzt ist (s. Fig. 14.). Es hat an sci-er obern Seite eine längliche Höhlung, um darin ein dünneSi whr aufzunehmen, welches noch immer eine Spule genanntwd, weil man sich wahrscheinlich einer solchen früher dazu be->sNte. Auf diese wird die Seide zum Einschlag gewunden.
. w, durch die Spule gehender Metalldrahl bildet deren Achse,°rauf sie sich willig drehen muß, nachdem sie damit in daS^°berschiff eingelassen ist. Natürlich kann auf diesen SpulenSeide s>ck> befinden, und müssen sie deßhalb oft er-^ t werden; deßhalb befinden sich am Ende jeder Seite des'verschiffe, und zwar in der Mitte, zwei kleine Löcher zur
Seidenmanufactur. - s