Drittes Capitel.
199
Den Gang, durch welchen die gewebten Bänder fortgelei«tet werden, zeigen die Rollen deS Werkstücks /; sie befinden sichdem Weber gegenüber da, wo sonst der Brustbaum seine Stelleeinnimmt.
Während die Bänder in diagonaler Richtung in der innernRinne deS Hintern Gestells des Webstuhls gehen und sich per»pendiculair erheben, werden sie wieder durch die Rollen H zuandern, mit Gewichten versehenen Rollen r geführt und dannüber die, an der Spitze des Gestells // befindlichen Rinnen zuden Bobinen /e, welche sich an der Vorderseite des Webstuhls(Fig. 15.) über dem Kopse das Webers befinden, welche dannvon Zeit zu Zeit, wie schon erwähnt, das fertige Band aufwin-den.
Die Oberdecke und Wcbscbiffe sind in einer besondern Zeich-nung gezeigt. stellt die Webschiffe dar und ,n den Hand-griff, durch deren wechselweise Bewegung der Einschlag sich bil-det. Dieser Handgriff bewegt sich in einer horizontalen Fugel oder Rinne (Fig. 16.), welche mit einem Holze, das mit demHandgriff in Verbindung steht, bedeckt ist und sich mit demsel-ben bewegt. Die Seilenbcwegung diese« Handgriffs, durch diepunktirlen Linien m angedeutet, bewirkt den Wurf der Web-schiffe, welche dann abwechselnd sich von der einen zur andernSeite bewegen. er zeigt die Stellung der Blöcke an, welchedas Anschlagen der Lade gegen den Einschlag, wie schon gesagt,reguliren.
Der Maschinenwebstuhl wird besonders in Coventry ge-braucht, welche« schon lange der Hauptsitz der englischen Band-Manufacturen ist; es sind daselbst 10,600 Webstühle in Thä-tigkeit, wovon über ein Drittheil in sogenannten einfachen Web-stühlen besteht, d. h. die nur für eine bestimmte Breite ge-braucht werden können. Es werden größtentheils nur fayonnicteBänder auf diesen gewebt, während die Maschinenwebstühle zujeder Art von glatter Waare anwendbar sind.
Die Weber von Coventry haben, seit der gesetzlichenEinführung ausländischer Seidenwaaren, so bedeutende Fort-schritte in ihrer Kunst gemacht, daß einer der bedeutendsten Ma-»ufacturisten jener Stadt unlängst erklärte, daß er heutigenTages vor der Arbeit crröthcn würde, die sonst seine besten Ar-beiter gefertigt, und daß jetzt die Fabrikate, hinsichtlich ihrerMuster und Schönheit, sich mit den vorzüglichsten Lyoner Bän-dern messen könnten. Oftmals verziert man die Bänder mit