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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Achtes Capitel.

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die Fäden zur Verfertigung des Goldbrokats vorzubereiten, wur-de ein Faden goldfarbiger Seide mit einem feinen glatten Gold-draht befponncn. Die Kunst dieses Bespinnens bestand darin,daß das Golddrähtchen den seidenen Faden ohne Zwischcnräume,Und ohne über einander zu liegen, genau umgab, und so einenglatt fortlaufenden Faden bildete.

Zur Zeit als diese golddurchwirkten Gewebe durch den Ge-schmack des Publikums begünstigt wurden war die Verfertigungdieser Fäden zu einem hohen Grade v.n Vollkommenheit ge-diehen. Zu Mailand wurden in einer bedeutenden ManufacturPlatte Goldfäden gemacht, deren Fabrikation ein Geheimniß war;sie waren nur auf einer Seite mit Gold belegt. Es wurdenauch, besonders zu Nürnberg, eine Art schlechter Goldfäden vonvergoldetem Kupfcrdraht, die Unterlage von Flachs- oder Hanf-fäden, gemacht. Die noch ökonomischeren Chinesen bedientensich kleiner Streifchcn vergoldeten Papiers, womit sie die Seidebewickelten, oft aber verwebten sie das Papier selbst, ohne jeneVorbereitung, in ihre Stoffe. Jedoch können diese Produktio-nen nur von sehr vergänglicher Schönheit gewesen sein, und DuHalde sagt in seiner Geschichte von China, daß daselbst selteniu andcrm Behuf golddurchwirkte Stoffe gebraucht würden, alsTapeten oder ähnlichen Verzierungen, wo sie gegen den Ein-fluß der Feuchtigkeit gesichert wären. Mit der Zeit machte manben glatten Grund des Brokats von nicht besponncncn seidenen8äden, und durchwirkte denselben mit goldenen oder silbernenBlumen, oder andern Zierrathen. In einer noch spätern Pe-riode nannte man Zeuge Brokat, welche ganz aus unbewickelterSeide bestanden, wenn sie nur mit Blumen durchwirkt waren,oder mit andern verzierenden Figuren.

Zu Lucca befand sich im 14. Jahrhundert eine sehr blü-hende und bedeutende Manufactur für jene Weberei; allein imJahre 1310 wurden die in derselben beschäftigten Arbeiter durchhle wahnsinnige Tyrannei des Castruccio Castracani, wie die-ses der Geschichtschreiber Machiavel berichtet, aus jener Stadt"erwiesen. 300 derselben begaben sich nach Venedig und began-nen dort ihre Arbeit aufs Neue, wozu sie durch die Ertheilung^deutender Privilegien ermuntert wurden. Noch lange Zeit> Nachher wurde diese, nun nach Venedig verpflanzte Manufactur! >tiit dem erforderlichen Materials aus Sicilicn und der Levante"ersehen, da der Anbau des Manlbeerbaums und der Seidenbau*rst im 16. Jahrhundert einigermaßen bedeutend in Italien wurde.