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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Achtes Capitel. 251

bei dessen Verarbeitung zu haben, oder wirklich im Besitz der-selben sind.

Viele der zahlreichen Benennungen, unter denen die ver-schiedenen Seidenstoffe bekannt sind, bezeichnen so kleine Unter-scheidungen, daß es eben so langweilig, als unnütz sein würde,dieselben zu beschreiben. Jede Abwechselung in der Reihcfolgedes, beim Weben gebrauchten Geschirrs bringt ein besonderesMuster hervor, das einen andern Namen trägt. Die am mei-sten gebrauchten Fabrikate sind schon genannt, und wenn ichnun noch hinzusetze, daß Levantine ein dichtes geköpertesZeug ist und Gros des Indes dadurch entsteht, daß manverschiedene Weberschiffe, mit verschiedenartiger Substanz, zumEinschlag gebraucht, wodurch sich Streifen bilden, so ist wohlalles Erforderliche gesagt. Ein Zeug, das man Moirck (ge-moortes Seidenzeug) nennt und dessen Flache auf eine eigen-thümliche Art gewässert aussieht, wird auf die Weise bereitet,daß man zwei Stücke Seidenzeug auf einander legt und siedurch zwei cylinderförmige Walzen durchzieht, deren eine hohlist, um heiße Eisen hineinschiebcn zu können. Obgleich wir nunmit unsern ungeübten Sehorganen die Fläche des gewebtenZeugs glatt und gleich eben sehen, so hat es doch in Wahrheitviele dickere Stellen und oft eine Unebenheit, wo der Einschlagsich mit dem Aufzug kreuzt. Diese Unebenheiten passen nichtgenau auf einander in den beiden Stücken Zeug, die zusammengelegt sind, und dadurch erhalten die stärker gedrückten Stellenmehr Glanz, als die andern minder dicken Theile, und so ent-steht das gewässerte Ansehn einzig durch diesen Druck. Oft er-hält der Stoff unbeabsichtet dieses Ansehn und es ist dann dieWirkung eines ungleichen Drucks beim Aufwinden der gewebtenSeide auf den Brustbaum des Webstuhls. Um dieses zu ver-meiden, muß man beim Aufwickeln des Seidenstoffs sehr vor-sichtig sein.

Häufig haben glatte Seidenstoffe, besonders Bänder, erho-bene Arbeit, und durch diese sehr elegante Muster auf ihrerOberfläche. Dieses wird gleichfalls durch Walzen auf die Weisebewirkt, daß die Walzen auf ihrer Oberfläche das beabsichteteMuster haben; die eine vertieft, die andere erhaben, und so,daß dieses genau in einander paßt. Diese Manier ist in derletzten Zeit besonders viel zu Westen angewandt worden undsieht sowohl reich, als geschmackvoll aus; doch eignet sie sich