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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. v. Wedekind
Entstehung
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11
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Geschichte und Literatur.

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Kaufleute zu Eisenach, 1798 Lehrer im Cotta'schen Forstinstitute zu Zillbach,1802 Hrzgl. Meiningcn'scher Forstkommissär und Lehrer an der Akademie zuDreißigacker, 1822 Titnlar-Forstrath, gestorben 1837 zu Dreißigacker.

Bessere Anstalten für forstlichen Unterricht begannen schon gegen Ende desachtzehnten Jahrhunderts die znnsthandwerksmäßigc Erlernung zu verdrängen.Auf Universitäten wurden besondere sorstwissenschastliche Vorlesungen eröffnetsz. B. zu Mainz 1785 von Müllenkampf), und besondere Forstlehranstalten,bald als Privatunternehmung, bald nach Anordnung der Regierungen, errichtet,z. B. 1770 auf Geheiß König Friedrichs II. von Preußen zu Tegel (1787nach Berlin, 1830 nach Neustadt-Eberswalde verlegt), 1795 von Cotta zuZillbach (schon 1786 begann Cotta Unterricht zu ertheilen), 1790 zu München,1791 von Hartig zu Hungen (1798 zu Dillcnburg), 1795 von Bechstcin zuWaltershauscn (1801 zu Dreißigacker), 1807 zu Aschaffcnbnrg, 1811 vonCotta zu Tharand (1816 K. Sachs. Forstakademic), 1814 zu Mariabrunn beiWien, 1821 zu Fnlda (seit 1825 zu Messungen) und viele andere.

Gegenwärtig bestehen in Deutschland folgende Stnatsforstlchranstaltcn: zn Aschaffenburg(Direkter Mantel), Braunschweig (Dir. Forstrath Tb. Hartig) , Eisenach (Dir. OberforstrathKönig), Hohenhcim (in Verbindung mit der landwirthschastlichen Lehranstalt), Karlsruhe (alsFachschule der polytechnischen Schute, Pros. vo. Klanprecht), Mariabrnnn bei Wien (Pros.v. Winklcr, Grabncr rc.), Weisungen in Kurhessen (Direkter Obersorstmcistcr Gnnkel), Hannö-verisch Minden (in Verbindung mit dem K. Feldjäger-Corps), Ncnstadt-Ebcrswalde (Dir.O.F. M.,vr. W.Pfeil), Schemnih in Ungarn (in Verbindung mit der K. K. Bcrgschnle Pros. BergrathFciftmantel), Tharand (Dir. O. F. R. von Berg, in Verbindung mit einer landwirthschastli-chen Akademie). Frankreich hat eine K. Hauptforstschnle zn Nancy, Rußland zn St.Petersburg.

Besondere Vereine und Gesellschafte n zur Förderung der Forstwissen-schaft und Waldpflege wurden zwar schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-hunderts versucht (in. s. z. B. Stahl's Forstmagazin, Xl S. 1 und XII S.1, sodann Medicns unächter Akazienbanm I, 6. S. 05); indessen gewann dochnur die 1796 mit Herzogt. Sachs. Goth. Genehmigung von Bechstcin zu Wal-tershausen gestiftete, 1801 (nach Verlegung der Forstakademie nach Dreißig-acker) zugleich unter Herzgl. Sachs. Meiiiingcn'sches Patronat gekommene Societätder Forst- und Jagdkunde einige Bedeutung, welche deren unter dem TitelDiana (1797 bis 1816) in vier Bänden von Bechstcin herausgegebene Gesell-schaftsschrift beurkundet. Eingreifender und vielseitiger war und ist aber derEinfluß der Vereine und Wandergcscllschaften seit dem Jahre 1838, in welchemJahre die Forstwirthe sich zu Karlsruhe aus v. Wcdckind's Antrag zu jährlichenVersammlungen der deutschen Land - und Forstwirthe" vereinigten. Die Pro-tokolle dieser und der Versammlung süddeutscher Forstwirthe (welche 1839 zuerstzu Hcilbronn zusammentrat), sowie Nachrichten von mehreren anderen, ihr füreinzelne Gegenden nachgebildeten Versammlungen, sind in v. Wedekind's neuenJahrbüchern der Forsiknnde abgedruckt. Mag auch bei diesen Versammlungenselbst das wissenschaftliche Ergebniß minder hervortreten, so ist doch nicht zuleugnen, daß sie sowohl durch persönliche Besreundung der Forstmänner ausden verschiedensten Gegenden und Austausch ihrer Ansichten und Erfahrungen,als auch durch ihre Verhandlungen voransbestimknter Themata und sonst ver-anlaßte Mittheilungen sehr viel Nützliches angeregt und eine von Jahr zu Jahrimmer mehr anerkannte Einwirkung aus Wissenschaft und Ausübung des forst-lichen Berufs geäußert haben und fernerhin versprechen.

Vergleichen wir den Zustand der Waldungen und des Forstwesens zuEnde der dritten Periode mit der Gegenwart, so zeigt sich, mit welchen raschenFortschritten er sich seitdem verbessert und welchen großen Einfluß die Wissen-schaft, durch ihre Zulassung zur Praxis, geäußert hat. Dieser große Einfluß