Dom Holzanbau.
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2) Reihensaat, je nach der Breite und Tiefe oder Wendung, in derman den Boden bearbeitet, Rinnen-, Riefen-, Streifen- oder Mulden- oderGraben-Saat, hat den Vorzug größerer Samenersparniß und größerer Be-stimmtheit in der Vcrtheilung der Pflanzen, gestattet eine desto sorgfältigereBehandlung der Reihen, erleichtert die Pflege nach der Saat, erleichtert über-dieß bei Verbindung mit landwirthschastlicher Zwischennutzung deren Erndte undgewährt in manchen gefährlichen Standorten'den Pflanzen ein sicheres Gedei-hen. Auch veranlaßt die Riefensaat auf Boden, wo die Zubereitung mit vielerArbeit verbunden ist, eine Verminderung derselben.
, 3) Stellensaat, je nach Größe und Tiefe der besäcten Stellen, Steck-,Platze-, Platten-, Stufen- (Kanten)- oder Löchcr-Saat, übertrifft die Riefensaatmeistens an Ersparniß von Arbeit und Samen, an Ab- und Zuthun der Größeder Saatstellen je nach dem Gras- und Unkräuterwucbse rc., in der Wahl dereinzelnen geeignetsten Stellen sz. B. auf felsigem Boden), in dem minderenAbgang durch Mäuse- und Vögclfraß; wo diese Momente nicht vorwalten, istchr in Rücksicht auf Gleichmäßigkeit der Vcrtheilung und sonstige unter (2)erwähnte Vortheile die Reihensaat vorzuziehen.
4) Bei vermengten Saaten ist das nach Nr. 2. des §. 18. und demSchlüsse des §. 21. zu bcmessende Verhältniß der Mischung zu befolgen undbei erheblichem Unterschiede der gröbere Sanien, welcher die stärkere Bedeckungerfordert, zuerst zu säen.
5) Auf vorerst ungünstigem Boden kann durch Beifüllen von fruchtbarerErde und Asche in die Reihen und Stellen des Kcimbetts das Gedeihen sehrwesentlich befördert und mit einer nicht sehr großen Menge von Füllerde schonviel geleistet worden. Begicßcn ist nur bei minderer Ausdehnung der Kultur-flache und Nähe des Wassers zu rathen. Nach Umständen (in Forstgärten rc.)lohnen sich sogar Bewässerungsanlagen. Im klebrigen finden die Mittel desFeldbaues zur Pflege der Saaten analoge, nach den Eigenheiten und der Aus-dehnung des Waldbaues modificirte Anwendung. Bei der Gras - und land-wirthschaftlichcn Zwischennutzung kommen wir auf einige derselben zurück. —Wegen des Schutzes verweisen wir auf §. 56. rc.
§.23. Verhältnisse der räumlichen P stanze nvertHeilung und Pflanzen menge.
1) Die freiere Wahl und die Bestimmtheit in den räumlichen Verhältnis-sen ist nach Nr. 5. des §. 16. ein Hauptvorzug der Pflanzung im Allgemeinen.
Die „regelmäßige" Pflanzung hat aber vor der „unregelmäßigen" noch mancheVorzüge, z. B. gleichmäßige Vcrtheilung des Lust- und Bodenraumes, mindereKosten, genauere Vorausbcstimmung dieser und der Pflanzenmenge, leichteresNachbessern, zulässigere GraSnutzung u. dgl. Grundformen derselbe» sind: dieReihenpflanzung, bei welcher die Entfernung der Reihen größer ist, als diePflanzweite in denselben; die Staffel Pflanzung, eine Abart der Rcihcnpflan-zung, worin die Reihen an regelmäßig altcrnirenden Stellen unterbrochen
werden; die Quadrat- oder Vier Pflanzung, bei welcher die Pflanzenreihen
und Pflanzweiten gleich sind und ihre Richtungen sich in rechtem Winkel durch-schneiden: die Verb and Pflanzung, bei welcher die Pflanzen in der Mitte ihrerNebenentfcrnung einander gegcuübergesctzt werden, insbesondere Dreipflanzung,wenn die Pflanzen in jeder der sich 'durchschneidenden Richtungen gleichwcit voneinander abstehen, die Pflanzpunkte also gleichseitige Dreiecke bilden, Fünf-Pflanzung (tzuiiiounx der Römer), wenn in der Mitte der Quadrate der Vier-pflanzung noch eine Pflanze gesetzt und so durch je drei Pflanzpunkte ein gleich-