36
Die Forstwissenschaft,
mäßig größer. Zur Vollsaat sind erforderlich folgende Samcnmengen auf1 K. Preuß. Morgen: Eicheln 6 bis 12 Preuß. Scheffel, Buchelen 5 bis 6Preuß. Scheffel, Esche oder Ahorn 30 bis 50 F, Ulmen 15 bis 20, Erle 10bis 15, Birke 16 bis 32, Hainbuche mit Flügel 30 bis 40, Hainbuche ohneFlügel 20 bis 30, Kiefer mit Flügel 7 bis 10, ohne Flügel 4 bis 7, Fichtemit Flügel 10 bis 14, ohne Flügel 7 bis 10, Tanne ohne Flügel 30 bis45, Tanne mit Flügel 25 bis 30, Lärche mit Flügel 9 bis 12, Lärche ohneFlügel 7 bis 10 Pfund. Bei a) Riefen-, Rinnen- und Streifen-Saat, sowied) bei Platzweiser und Plattensaat und e) bei Stecken des Samens hängt dieSamenmenge von der Größe und Entfernung der besäeten Theile der Flächeab. Zu a) lassen sich im Durchschnitt 0.83, zu 6) 0.66, zu e) 0.06 bis0.40 'der Vollsaat annehmen. *)
§. L2. Anwendung der verschiedenen Arten der Saat; Pflege derselben.
1) Voll- oder Breitsaat findet statt, wenn die Samenmcnge gleichmä-ßig über die ganze Kulturfläche ausgestreut wird. Sie setzt die geeignete Em-pfänglichkeit der ganzen Fläche voraus, welche, wenn sie nicht schon vorhandenist (wie z. B. auf vorher zu Ackerland benutztem und auf wundem Boden oderauf dem unter 1 des §. 20. bezeichneten natürlichen Keimbette geschonten Wald-bodens), durch Zubereitung hergestellt werden muß. Diese betrifft zunächst denUeberzug, welcher entweder beseitigt**) oder, wenn er nur eine seichte Narbebildet und keine tiefere Wendung und Lockerung des Bodens erfordert wird,nur aufgekratzt oder bei mittlerer Stärke (Dichtigkeit) auch wohl umgehackt(kurzgehackt) wird. Das Abschneiden des UcbcrzugS hilft nur ausnahmsweiseund setzt meistens zugleich die Zulänglichkcit eines bloßen Aufkratzens des Bo-dens voraus. Geeigneter ist häufig das Verbrennen des Ueberzglgs(entweder bloßes Ucberlandbrennen oder Hainen oder Verbrennen des vorhervom Boden getrennten Ueberzugs). Die weiter erforderliche Bearbeitung, Locke-rung, nach Umständen Wenden des Bodens bezweckend, erfolgt, je nach derbeabsichtigten Tiefe, den vorhandenen Hindernissen (z. B. Steinen) und den zuGebot stehenden Mitteln, durch Hacken, Spaten, Pflügen. Letzteres hat womöglich den Vorzug. — Das Ausstreuen des Samens geschieht nach ähnlicherRegel, wie bei dem Feldbau und das Bedecken in dem aus Nr. 1. des 8- 20.folgenden Maße mit den diesem entsprechenden Werkzeugen, seicht durch Vieh-trieb und Dornbusch, tiefer durch Eggen oder Rechen, am tiefsten durch denPflug. Das Ueberwalzen wird unter ähnlichen Umständen, wie beim Feldbauräthlich. — Wo die Fläche sich bereits in dem empfänglichen Zustande befindet,also deren volle Bearbeitung wenige Kosten heischt oder gar noch durch Ver-bindung mit landwirthschastlicher Zwischennutzung (8- 43.) den Ertrag erhöht,und Gründe für den Vorzug der Reihen- oder Stellensaat nicht vorliegen, ver-dient die Vollsaat den Vorzug.
Man hat in neuerer Zeit immer mehr die Vortheile tiefer Bodenauslockcrung auch beimWaldbau anerkannt, und eS sich zur Aufgabe gemacht, deren Nachtheilen (Austrocknen,Auffrieren u. dgl.) mbglichst zu begegnen. Man vergl. des Verfs. Vortrag Seite 28 des 16.Hsts. der neuen Jahrbücher der Forsikunde.)
") Ausführlicheres u. A. in meiner Tabelle ^ und N zu Seite 90 meiner Abhandlung im7. Hefte meiner Jahrbücher.
—) In diesem Falle enwfiehlt sich, so fern man die Kosten verwenden kann und die Oert-lichkeit eS gestattet, auch Untergraben oder Unterpflügen dcS UebcrzngS — oder Bildung vonComposthaufen.