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Die Forstwissenschaft.
Sorgfalt vereint, welche erforderlich ist, um aus dieser kunstvollsten allerBetriebsarten alle die Vortheile, deren sie fähig ist, zu beziehen. Dieses Be-dürfniß an Sorgfalt und die sehr große Schwierigkeit der Ausfüh-rung sind die Hauptgründe, warum der Plenterwaldbctrieb gewöhnlich nur fürFälle der Nothwendigkeit anzurathen ist.
Bezüglich der Holzart lägt sich sagen, die Weisttanne eigne sich am meisten für diese Be-triebsart. M. vergl. v. Kettner S. l des 24. Hefts meiner Jahrbücher.
2) Die Fällung im Plenterwalde betrifft, wie im schlagweisen Betriebe,vor Allem das je älteste Holz und nächst dem die Wegnahme alles desjenigenjüngeren Holzes, welches keinen Zuwachs mehr hat, die Verhältnißmäß'ig-keit der stammweisen Altersklassen stört und insbesondere das Auf-kommen der durch die Verhältnißmäßigkeit bedingten zureichenden Anzahl jüngererStämme und des Nachwuchses hemmt. Wir haben also auch im Plenterwaldsowohl die Hauptnutzung, wie die Durchforstung, nur mit dem Unterschiede,daß sie in der Regel gleichzeitig stattfinden und daß der Umtrieb vorwiegendin vertikaler, statt (wie im schlagweisen Hochwalde) in horizontaler Richtunggeschieht, gewissermaßen mit der Umdrehung eines senkrecht gestellten Mühlradsverglichen weiden kann. Der leitende Maßstab bei der Bestandssteüung istdie vorhin bezeichnete Zusammensetzung, und zwar so, daß Luft und Boden inallen Schichten des Waldbcreichs für Holzerzeugung möglichst in Anspruch ge-nommen und ausgebeutet, alle Stämme stets srohwüchsig in gegenseitiger Ver-träglichkeit erhalten und alles Holz, was dabei entbehrlich oder hinderlich ist,möglichst bald entfernt wird.
Der Bers. hat die Bestandsformcn des PlenterwaldbestandS an Ort und Stelle, inUrwaldungcn an der Grenze der Gletscher, wie auf öden GebirgSplatean's, an steilem FclSge-inäuer, wie an epponirten Meeresküsten, studirt; er hat die Ergebnisse rombinirt und die Ueber-zeugung gewonnen, daß der Plenterwaldbctrieb einer rationellen Begründung und wissenschaft-lichen Vervollkommnung fähig ist, welche von dessen Widersachern nicht geahnt wurde. ZurVerdeutlichung der Beitandszusammensetzung nur ein Beispiel t 20jährigen vertikalen Unitriebsmit zwei bis drei Stämmen von lOO bis 120, fünf von 100 bis 110, zehn von 90 bis 100,fünfzehn von 80 bis 90, zwanzig von 70 bis 80, dreißig von 60 bis 70, sechzig von 50bis 60, hundertzwanzig von 40 bis 50, zweihundert von 30 bis 40, dreihundert von 20 bis30, sechshundert von 10 bis 20 Jahren, zusammen 1365 Stämmen per Morgen nebst unbe-stimmter Menge Pflanzen von 1 bis 10 Jahren. Man verdeutliche nun ferner Wurzel- undKroncnraum durch Kreise verhältnißmäsiiger Große und vertheile diese Kreise in vcrhältnißmä-ßiger Menge und Entfernung auf eine Fläche, und man wird den Weg erkennen, auf dessenweiterer Anbahnung man zum Normalzustand »nd zu den Normalrcgeln des P lenterwaldsgelangt. — Die Klippe des Plenterwaldbetriebs bcstebt hanptsächlich darin, daß man dieältesten Klassen sich übermäßig zu einem vcrdämmenden Schirme vermehren läßt, und dann aufeinmal ein zu greller Uebergang nöthig wird.
3) Eben so, wie unter Nr. 4. des §. 28. (Seite 42) bei der Durch-sorstnng bemerkt, ist zwar auch beim Plenterwald jährliche Wiederkehr derFällung in demselben Bestand theoretisch möglich, aber die mehrjährige Cumu-lirung der Ausbeute nur praktisch im Großen ausführbar. Die Anzahl Jahredieser Cnmulation bildet den horizontalen Umtrieb des Plenterwalds, z. B.zehn Jahre, wenn man alle Jahre Via und alle 10 Jahre den ganzen Walddurchplentert („mit dem Plentern herumkommt")-
Aus dem unter (2) angeführten Beispiele erhellt, daß der Hieb bei (jeder Plentcrnng sichin der Regel auf alle Altersklassen mit der zur Nnterhaltung^der Verhältnißmäßigkeit geeignetenQuote zu erstrecken hat.
4) Die Ausästung bildet in ähnlicher Weise, wie nach §. 30. und nachNr. 5. des §. 33. ein wichtiges Hülfsmittel geeigneter Bestandsstellung undder Schonung des Untcrwuchscs auch im Plenterwalde.