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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. v. Wedekind
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63
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Vom Waldschutze.

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begegnet werden muß und dieGaarc" großer Meiler binnen 12 bis 20Tagen erfolgt; x) das Abkühlen, in Abkratzen der äußeren Decke einen Tag nachder Gciare bestehend, endlich I>) das Aufbrechen und Auslangen der Kohle».Das Ausbringen, d. h. das Verhältniß der Kohlenausbeute zum Holzaufwande,ist bei den Holzarten verschieden; es beträgt dem Volumen nach 50 bis 60,dem Gewicht »ach 15 bis 30 Procent. Äußer den Kohlen lassen sich alsNebenprodukte noch Theer, Holzessig und (zur Feuerung brauchbarer) Brand-schürf bei der Waldköhlcrci nutzbar machen.

Die Literatur über die Verkohlnng ist sehr reichhaltig. Wir empfehlen:Anleitung zumVerkohlen des Holzes von F. von Berg, Darmstadt >830," sodann den betreffenden Abschnittin Dolkcr's Forsttechnologie (Leipzig 1836) und Pros. Tunner's Vertrag zu Grätz im34. Hefte der neuen Jahrbücher der Forstkunde, Seite >L8.

8. 55. Von der Theer- und Pechbereitung. (M. vgl. 8. 48.)

1. Theer wird aus Stocken und Wurzeln oder auch sonstigen sehr harzigen(kienigen) Stucken von Kiefern gewonnen, welche in einem verschlossenen (nuranfänglich oben mit einem Zugloch versehene») Raum eingesetzt werden, umwelchen ein Mantel gebaut ist, zwischen welchem und der inneren Wand gefeuertwird. Die Hitze treibt nun den Theer aus jenen Holzstücken heraus, zuerst diewässerigeGalle," dann den bessern Theer binnen 3 Tagen. Mittelst Ucberde-stillircn des vom Theer zuerst abgeschöpften Harzes gewinnt man das Kicnöl;das übrige Harz wird zu Pech eingesotten, endlich aus jener Galle Wagen-schmiere dargestellt. Wo die Klafter Holz über 6 Gulden kostet, ist dieseFabricativ» nicht mehr einträglich.

2. Außerdem wird bnrgundischcs " Pech aus dem Fichtenharze (m. s.8- 48.) gewonnen, indem mau dieses in einem Kegel mit etwas Wasser kocht,in einen Sack von grober Leinwand gießt und in einer Harzprcffe ausdrückt.Dasweiße" undrothe" Pech wird erhalten, indem man das Fichtenharz(wie eS aus dem Laachtcn der Bäume kommt) in einem Kessel über Feuerflüssig macht, der unten eine Oeffnung hat, aus welcher das Harz (Theer) inein Gefäß fließt und darin zu Pech eingekocht wird. Äns den Rückständen desersten Einschmelzens (den Harzgricven) kann man Kienrnß brennen. Das Ver-fahren ist noch mehrerer Vervollkommnung fähig. Dem Gewichte nach beträgtdie Ausbeute von Pech aus Harz beiläufig 70 Procent.

Dritte Abtheilung.

Dom Waldschutze.

8. 56. Vom Schutze gegen Menschen und zahmes Vieh.

Der Schutz, welche» der Waldeigenthümer sich durch Vcrmittlung^der Forstpolizeibehörden»nd der Justiz oder durch Auseinandersetzung mit Berechtigten verschafft, gehört nicht hierher,sondern es wird deshalb auf 88- 82 rc. hingewiesen.

1. Da den Menschen der Eintritt in die Waldungen gewöhnlich nicht durchEinfriedigung und Verschluß unmöglich gemacht werden kann, so ist es Aufgabedes Waldschutzes, den mannigfachen Entwendungen und Beschädigungen^, wel-chen der Wald durch den Menschen ausgesetzt ist, durch wachsamste Aufsicht zubegegnen. Läßt sich der Waldwirth aber diesen Waldschutz noch so sorgfältigangelegen sein, so reicht er doch damit nicht aus, wenn er nicht außer der Ach-tung vor seinem Eigenthum oder der Furcht vor Strafe zugleich sich die ärmereEinwohnerklaffc zu befreunden oder doch mit angemessener Klugheit Feindselig-keit, bösen Willen und andere Anlässe oder Gelegenheiten zu Frevelnzu verhüten sucht. Diese Klugheit bethätige sich besonders in drei Stucken: