über Meer liegt, entschloss ich mich, die Scheidungs-linie der Gebilde bis hinab ins Urbach zu verfolgen.Ich stieg vom scharf zugekeilten Sattel Anfangs be-dächtig hinah über den Firn; bald aber setzte ichmich, was man bei gutem Firne gewöhnlich zu thunpflegt, auf selben hin. So fuhr ich äusserst schnellhinab über die Masse. Zweimal, wenn ich bei zuschneller Fahrt mit dem Fusse mich anstemmen wollte,gieng es mit mir überworfen, äusserst unsanft, in Wür-fen, so dass Tuchkrämer und Schneider im Thale wiederArbeit erhielten. Auch der linke Arm musste mitHeftpflaster geflickt werden.
Bald unter dem Firn, der eine merkwürdigePartie des Gebirges verhüllt, sind die obersten Hüt-ten der Alp, äusserst armselig, von Innen und Aus-sen zerfallenem Steingetriimm gleichend. Alle warenverlassen. Bald aber kamen einige Buben von 5—ioJahren. Jeder schleppte eine angemessene BürdeHolz vom Thale zur Alp empor, denn dieser Höheist noch jeder Holzwuchs fremd. Eine andere Par-tie Kinder beschäftigte sich in der Nähe mit demAusgraben von Gentiana pur purea, während dasgrössere Volk sämmtlich in der tiefem Alp mitMähen und Einsammeln des Heues beschäftigt war.Auffallend war es mir, hier Kinder zu finden, dasonst durchgehends die höheren Alpen nur mit 3oder 4 Sennen während der kurzen Alpzeit bewohntsind. Aber noch befremdender war mir die Red-seligkeit jener Kinder sowohl, als der nun heim-kommenden Aelpler, welche uns Rahm, Gentian-branntwein, auch Brod und Aufenthalt anboten.Eine eigene Hütte wollten sie uns einräumen, undWährend der Nacht noch hinab nach Meiringen ,