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Naturhistorische Alpenreise : vorgelesen der Naturforschenden Gesellschaft in Solothurn / von ihrem Vorsteher Fr. Jos. Hugi
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155
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bevor man die Höhe der Thalwand erreicht hat,schiefert sich das ganze Gebilde, zuerst noch mit er-digem Querbruche und Glimmer in den geschiefertenFlächen; dann aber treten vollkommene Thonschie-ferflächen ein. Der Kalk ist grosstentheils verschwun-den. Jetzt aber erscheinen wieder körnige Kalkschich-ten, über die ein krummschaliger Thonschiefer sichlegt, durchaus, wie er auf der Kuppe des Titlis undam Gspaltenhorn herrscht. Diese Gebilde werdensüdlich gegen Weissenfluh von gelblichtem Mergel undMergelkalken überlagert; bei Rüti aber, Goldernund Wasserwendi bis hinauf zu den Gräten des Melch-thals tritt ungeheuer mächtig Liasmergel auf, ganz,wie am Tschuggen, den Scheideggen, und wie amJura. An mehreren Stellen, vorzüglich, wenn manden Alpbachtobel hinansteigt, finden sich in Mittedes Mergels feste Thonschieferschichten. Nach derHöhe aber wird das Gebilde wieder reicher an Kalk(Mergelkalk). Wie am Tschuggen, erscheinen auchhier kalkige Brocken mit Mergel und zerbrochenemSchiefer aufgethiirmt. Diese Gebilde scheinen dannfür den gesammten Kalk in mancher Beziehung das,was der Hochgranit dem Urgebilde (Grundgebilde)^

Aehnliche Schichtenverhältnisse finden wir auchan dem westlichen Gehänge des Thaies, wenn wirdurch die Tobel des Reichenbaches emporsteigen gegenRosenlaui, und dann über den Mergel bis zur Scheidegg .Hier aber steigt der Muschelkalk nirgends zur Thal-fläche empor und zu Tage. Erst wenn wir den Kirchetüberwandert haben, und der Granit sich zu hebenbeginnt, erscheint er über selben unter den Engel-hörnern auslaufend.

Westlich der Thalfläche von im Grund sehen wir