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Naturhistorische Alpenreise : vorgelesen der Naturforschenden Gesellschaft in Solothurn / von ihrem Vorsteher Fr. Jos. Hugi
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aber grössere oder geringere Dichtigkeit der Luft, undselbst ihr Geschwängertsein mit Dünsten zum Lichtsich verhalte, ist eine wichtige, aber durch That-sachen noch nicht gelöste Frage.

Der Morgen war weniger stürmisch, als die Nacht,die Wolken trennten sich, und gaben freie Stellen.Die meisten meiner Begleiter wollten nun aufbrechenund zuriicke nach der Grimsel ; allein mir blinktedie Hoffnung eines bessern Tages. Da es zu kalt war,krochen wir wieder in die Hütte, um später einenEntschluss zu fassen. Bald aber war der Himmelgrösstentheils heiter, und nun wollte ich wenigsteinen Versuch nach dem Kopfe der höchsten Alpen-pyramide machen. Wir füllten nur die Weinschläuche,nahmen Nahrung nur für Mittag und die nöthigstenInstrumente. Alle Hutten, Decken u. s. w. bliebenzurück.

Nordwestlich vom Joche hängt ein Firn jäh, wieein Dach, herunter, in der Mitte der Länge nachdurch ein zertrümmertes Schiefergebilde getrennt,lieber dieses stiegen wir hinab auf den obern nörd-lichen Zweig des Viescherfirnes. Dieser, wie alleHochfirne, ist für Reisende gefahrlos, ohne Schründe.Er steigt sanft vom Walcherhorn herunter. Von die-sem bis zum obern Walliser -Viescherhorn lauft eineungeheuer aufgethürmte, oft überhängende und sturz-drohende Wellenlinie, ein Schneekamm, wie vomWinde aufgebaut. Westlich von diesem Firngratedacht das Eismeer gegen den Aletschgletscher ab, daandeiseits die Masse zwischen dem Finsteraarhornund den Walliser -Viescherhörnern hinab durch daswildeste Schauerthal nach dem Wallis sich drängt.Jeder Versuch, hier die ewige WinLerwelt zu zeich-