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Naturhistorische Alpenreise : vorgelesen der Naturforschenden Gesellschaft in Solothurn / von ihrem Vorsteher Fr. Jos. Hugi
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stellte ich am Felsen des Sattels einen Thermome-trographen auf, mit gehörigen Bemerkungen in eineFlasche eingeschlossen.

Wir leerten schnell unsere Lederchläuche, undgiengen dann hinunter. Anfangs konnte ich kaumeinen Tritt thun, und zum Hinahgleiten war derFirn zu jäh; es gieng daher äusserst mühevoll. Aufdem untern Firn aber hätte man bald an der Mög-lichkeit hinabzukommen verzweifeln mögen. DieWärme des Tages batte in jener Tiefe das kristalli-nische Firngebilde so erweicht, dass man mit halbemLeibe einsank. Auch musste man oft über 10 bis 20Fuss breite Schrunde setzen, die links und rechtsoffen, meist aber nur mit dünner, nun erweichterFirnkruste überwölbt waren. Wir waren alle amStricke, Leuthold voran. Immer forschte er mit demStocke in die Tiefe, und oft konnte er keinen Grundlinden. Der Stock gieng leicht durch die Decke, unddann zeigte er weite, unermessene Abgründe an. Dalegte er mit ganzem Leibe, um nicht einzustürzen,sich auf den Firn, und schob sich vorwärts. So folg-ten wir alle, einander mit Ziehen nachhelfend. Wirerreichten nach unzähligen Mühseligkeiten und Ge-fahren endlich unser Nachtlager; aber böses Wetterwar schon wieder im Anzuge, so dass wir ohne Ver-zug zur Rückreise uns entschliessen mussten. DieNacht war angebrochen, bevor wir das alte Nacht-lager erreichten, aber nicht hell, wie die letzte, son-dern stürmisch, schwarz-bewölkt und unten neblicht.Bevor wir zum Oberaarhorn gelangten, konnte ichmit meinem lahmen Fusse keinen Tritt mehr thun;er war ausserordentlich aufgeschwollen, und nochhatten wir den ganzen, gefährlichen, 3 Stunden langen.