Band 
Erster Band.
Seite
117
JPEG-Download
 

Das Rathhaus ist in seiner Neuitalischen Artdoch einfach und prächtig aufgebaut. Unten ist einegroße gewölbte Halle auf viereckigen schlanken Pfei-lern, welche unter solchen Gewölben immer schick-licher sind, als die gewöhnlichen runden Säulen. DieTreppen und der große Saal sind auch prächtig: aberdas Römische Reich ist daraus entschwunden, und fürden fetzigen Rath ist alles viel zu weitläuftig. DieKunst ist dafür in die großen Säle gezogen, einehübsche Sammlung von Bildern, die zum Theilaus München hieher vertheilt sind, wie in Nürn-berg . Denn auch diese alte freie Reichsstadt, diekeine eigene Lebenskraft mehr hatte, ist jctzo Male-risch. Hier sind auch große ungeheure Bilder, wiedie zu Schleißheim, Aufzüge, heidnische Götter- undHelden Suiten, Entführungen, Mordgeschichten unddergleichen, welche auf mich gar keine Wirkung ha-ben, so wenig, als die meisten Landschaften, Thier-stücke, Stillleben u. s. w. Die Jtaliäner waren alleunbedeutend, Rubens meist unangenehm. Kräftigsprangen hervor Araber zu Roß auf der Löwenjagdund Thierkämpfe von Jansens und Sapers. Nureinige Altdeutsche einfältige Bilder, die hier im Ka-tharinen-Kloster trefflich erhalten waren, sind mirrecht im Gedächtnisse geblieben: die Geschichte dereilftauftnd Jungfrauen, das Leben und Leiden desApostels Paulus, beide in mehren Abtheilungen, und