Buch 
2 (1862) Die Naturgesetze des Feldbaues / von Justus von Liebig
Entstehung
Seite
33
JPEG-Download
 

Die Pflanze. Zz

wurzelchen verwendet; ein zweites Umsetzen wirkt in Beziehungauf die Vermehrung der unterirdischen Anfsangnngsvrgane nochgünstiger ein.

Da die ganze Richtung der organische» Arbeit bei densSommerpflanzen der Samcnbildung zugewendet ist nnd diese die'Stoffe verzehrt, welche die Wurzeln nnd Blätter arbeitsfähig.machen, so bricht der Tabackspflanzer, nachdem die Pflanze16 bis 10 Blätter getrieben hat, das Herz des Mittelstcugels aus,'an welchem sich die Blüthen und Samenköpfe ansetzen. DerKrone beraubt, wendet sich jetzt die organische Arbeit den zwi-schen Blättern und Stengel sich entwickelnden Knospen zu, welcheSeitenzweige, sogenannte Geizen bilden; mit diesen verfährt man,wie mit dem Hauptstamme, sie werden ansgebrvchcn oder einfachgeknickt, indem man sie einigemal umdreht. Die fortdauernd nach-erzengtcn Bildungsstoffe werden dadurch in den Blättern zurückgehal-ten, die an Umfang nnd Masse zu- nnd an Wassergehalt abnehmen.Gegen die Mitte Septembers verlieren die Blätter ihre grüneFarbe, sie bekommen gelbliche Flecken, was ihnen ein marmo-rirtes Aussehen giebt, und werden pergamentartig; sie fühlensich trocken an, werden schlaff, neigen sich mit den Spitzen zurErde, bei völliger Reife sind sie klebrig und zähe und lösen sichleicht vom Stengel ab.

Diese Behandlung ändert sich je nach den Tabacksvarietätenund Ländern auf die mannichfaltigste Weise. Den sogenanntenoommoir öNAlmli balluoco, Brasilicntaback, Bauerntaback, wel-cher besonders reich an Nicotin ist, lassen die Pflanzer häufigin Samen schießen, wodurch eine Theilung der stickstoffhaltigenStoffe eintritt, von welchen das Albumin die Blätter verläßt undsich in den Samen ablagert.

In den jungen Trieben, Knospen, überhaupt in allen Or-ten, in welchen die Zellcnbildung in der Pflanze am lebhafte-

2ledi§ § '.'lqrlcullur - (ryemie. II.

3