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2 (1862) Die Naturgesetze des Feldbaues / von Justus von Liebig
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Der Boden.

seine Ertragsfähigkeit verleihen nnd wie ein im Verhältnis;ärmerer, aber wohl cnltivirter Boden bessere Ernten liefernkann, als ein reicher, wenn die physikalische Beschaffenheit derWnrzelthätigkeit nnd Entwickelung günstiger ist. In gleicherWeise wird häufig durch eine Hackfrucht das Feld für einenachfolgende Halmfrncht geeigneter gemacht, und nach einerGrünfutterpflanze fällt oft die nachfolgende Winterfrucht umso besser aus, je reicher die vorangegangene Grünfnttcrernte,d. h. ihre Wnrzelrückstände, war.

Gleich nützlich wirken auf eine nachfolgende WinterfruchtKlee nnd Rüben ein, die mit ihren langen nnd starken Wurzelnden Untergrund für die Weizenwnrzeln auflockern nnd gewisser-maßen bearbeiten, den der Pflug nicht mehr berührt. In die-se»: Falle überwiegt für die Weizenpflanze der günstige Einflußder physikalischen Beschaffenheit des Bodens bei weitem den schäd-lichen der Abnahme in der Menge der chemischen Bedingungendurch die vorhergegangenen Rüben- und Klee-Ernten. Thatsachendieser Art haben nur allzu oft praktische Landwirthe zu derAnsicht verführt, daß auf die physikalische Beschaffenheit allesankomme, nnd daß eine sehr weit getriebene Bearbeitung nndPnlverisirnng deS Bodens genügend zur Erzielung guterErnten sei; diese Ansichten haben aber immer durch die Zeitihre Widerlegung gefunden, nnd nur das kann als richtig an-genommen werden, daß für eine Reihe von Jahren die Her-stellung einer günstigen physikalischen Beschaffenheit eben sowichtig, oft wichtiger für die Erträge mancher Felder ist, alsdie Düngung.

ES giebt kaum überzeugendere Thatsachen über den Ein-fluß der richtigen physikalischen Beschaffenheit anf die Erträgeder Felder, als wie die, welche die Landwirthschast durch diesogenannte Drainirung der Felder, worunter man das Tiefer-