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2 (1862) Die Naturgesetze des Feldbaues / von Justus von Liebig
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Der Stallmist.

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nimmt, verliert der Boden einen Theil von den Bedingungenseiner Fruchtbarkeit, d. h. er verliert das Vermögen, diese Frucht,Pflanze oder Theil einer Pflanze nach Ablauf einer Reihe vonCulturjahren wieder zu erzeugen. Tausend Körner bedürfentausendmal so viel Phosphorsäure vom Boden wie ein Korn,und tausend Halme tausendmal so viel Kieselsäure wie einHalm, und wenn es an dem tausendsten Theil von Phosphor-säure oder Kieselsäure im Boden fehlt, so bildet sich das tau-sendste Korn, der tausendste Halm nicht aus. Ein einzelnervon dem Getreidefelde hinweggenommener Getreidehalm macht,daß dies Feld einen gleichen Getreidehalm nicht mehr trägt.

Es folgt hieraus von selbst, daß ein Hectar Feld, welcher 25,000^ Kilogramm von den Aschenbcstandtheilen des Weizens gleich-förmig verbreitet und in einem für die Pflanzenwurzeln voll-kommen aufnehmbaren Zustande enthält, daß dieser Hectar Feld,wenn die gleichförmige Mischung durch sorgfältiges Pflügen undallen hierzu dienlichen Mitteln erhalten worden wäre, ohne irgendeinen Ersatz an den im Stroh und Korn hinweggenommenenBvdenbestandtheilen zu empfangen, bis zu einer bestimmtenGrenze eine Reihe von lohnenden Ernten verschiedener Halm-gewächse liefern kann, deren Aufeinanderfolge dadurch bedingtist, daß die zweite Pflanze weniger vom Boden nimmt als dieerste, oder daß die zweite eine größere Anzahl von Wurzeln oderim Allgemeinen eine größere aufsaugende Wurzeloberfläche be-j sitzt. Von dem mittleren Ernte-Ertrag im nächsten Jahre anwürden die Ernten von Jahr zu Jahr abgenommen haben.

Für den Landwirth, für welchen gleichförmige MittclerträgeAusnahmen sind und ein durch Witterungsverhältnisse beding-ter Wechsel die Regel ist, würde diese stetige Abnahme kaumwahrnehmbar gewesen sein, selbst dann nicht, wenn in der Wirk-lichkeit sein Feld eine so günstige chemische und physikalische

Liebig's Agricultur-Chemie. II. 12