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2 (1862) Die Naturgesetze des Feldbaues / von Justus von Liebig
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343
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Ammoniak und Salpetersäure.

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Man bemerkt leicht, daß die Stickstoffmengen, welche demFelde abgewonnen und in der Form von Stallmist wieder zuge-führt werden konnten, sich nicht genau, aber doch bemerkbargenug wie die Kleeheuerträge verhielten, welche das Feld ge-liefert hatte, und es kann wohl kein Zweifel darüber bestehen,daß der Landwirth, der für das Gedeihen seiner Futtergewächsedie richtigen Wege einschlägt, damit auch die Mittel erhält'die Ackerkrume seiner Felder mit einem Uebcrslnß an Stickstoff-nahrung für seine Kornpflanzen zu bereichern.

Es ist damit nicht gesagt, daß ein jeder Landwirth immerund allezeit auf die Zufuhr von Ammoniak von Außen ver-zichten solle, denn die Felder sind ihrer Natur nach so außer-ordentlich verschieden, daß wenn man auch behaupten kann,daß die weitaus größte Zahl derselben keines Ersatzes au Stick-stoffnahrung bedarf, so gilt dies nicht für alle ohne Unterschied.In einem Boden, welcher reich an Kalk und humosen Mate-, rien ist, wird in Folge des Verwesnngsprocesses in der Acker-! krume eine gewisse Menge des in der Erde. gebundenen Ammo-niaks in Salpetersäure verwandelt, welche die Erde nicht zurück-hält, sondern in der Form eines Kalk- oder Bittererdesalzes

> in die tieferen Schichten geführt wird. Dieser Verlust kannunter Umständen sehr viel mehr betragen, als die Atmosphäreersetzt, und für solche Felder wird eine Zufuhr von Ammoniak

> stets von Nutzen sein; auch gilt dies für gewisse Felder, welchej lange Jahre nicht bebaut worden waren und in denen, durchj die Wirkung der eben angedeuteten Ursachen, der einst vorhan-^ dene nothwendige Ueberschuß von Stickstoffnahrung allmälig! verzehrt worden ist, auf diese bringt, beim Beginn der Cultur? derselben, eine Düngung mit stickstoffreichen Düngmitteln einen

ganz besonders günstigen Erfolg hervor; später ist auch fürdiese die Zufuhr nicht mehr nöthig.