Saftbewegung in den Pflanzen. 377
Versuche XXII. sagt Hales: „Die Höhe, bis zu welcherdas Quecksilber in der Röhre stieg, zeigt nicht die ganze Kraft,mit welcher das Wasser aufgesaugt wird, denn während diesgeschieht, sieht man die ganze Schnittfläche der Wurzel (desStammes oder der Zweige) sich mit Luftblasen bedecken, welcheaus derselben austreteud einen Theil des Raumes, den dasWasser einnahm, erfüllen. Die Höhe des Quecksilbers standdeshalb nur im Verhältniß zu dem Ueberschuß des Wassers,den die Pflanze mehr einsaugte, als Luft anstrat. Wäre dieMenge der ausgetretenen Lust gleich gewesen der Menge desaufgesaugten Wassers, so wäre das Quecksilber gar nicht ge-stiegen; es ist demnach klar, daß, wenn von 12 VolumWasser 9 Vol. eingesangt werden, während 3 Vol. Lust indie Röhre treten, daß das Quecksilber nur um 6 Volum stei-gen kann."
Wenn in seinen Versuchen die Wurzel, der Stamm oderein Zweig an irgend einer Stelle verletzt worden war durchdas Abschneiden von KnoSpen, Wnrzelfasern oder kleinererZweige, so verminderte sich das Aufsaugnngsvermögen desübrigen Theils auf eine in die Augen fallende Weise (weilvon diesen Stellen aus durch Eindringen von Luft der Unter-schied im Druck leichter ausgeglichen wurde); dasAnfsaugnngs-vermögen war von ganz frischen Schnittflächen aus am größ-ten, an denen es sich aber allmälig verminderte, bis es nachVerlauf von mehreren Tagen an diesen Stellen nicht größerwar, als an der unverletzten Pflanzenoberfläche.
Die Ausdünstung ist, so schließt Hales weiter, die mäch-tige Ursache, welche der Pflanze aus der Umgebung, worin sielebt, Nahrung zuführt; es erfolgt Krankheit und Absterben derPflanzen, wenn das Verhältniß der Ausdünstung und der Zu-fuhr in irgend einer Weise gestört und unterbrochen wird.
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