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Erster Band.
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341
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Contocorrent

342

Contocorrcnt

3. Mit rothen Produkten und vorwärts gerechneten Zinsen.

Sollen. Herren Gebr. Trinius

1862 .

Jan.

1.

Saldo vom vorigen Jahre ...........

36U

1540800

4280

—

Febr.

12.

Gesandte Action .

318

1816416

5712

10

Apr.

3.

Rim*. auf London.

267

1201500

4500

—

Mai

26.

Ihre Tratten 0/N. N.

214

642000

3000

—

Juli

18.

Baarsendung.

162

1652400

10200

—

Sept.

10.

Gesandte Métalliques .

110

718300

6529

22

Nov.

22.

Rimesse auf dort.

38

209000

5500

—

1863 .

Jan.

30.

do. „ do.

80

60000

2000

—

1862 .

Dec.

31.

Saldo der Zinsen.

—

—

208

23

"

"

Spesen (wie umstehend).

178

14

7840416

43109

9

1863 .

Jan.

1.

Saldo tragen vor.

3154

2

Die im Debet des Contocorrents Nr. 1 besonders !ausgeführte Provision und Courtage ist auf dieDebetposten vom 12. Febr., 26. Mai (auf diesen nurProvision) und 10. Sept. und auf die Creditpostenvom 19. Apr., 30. Juni (nur Provision), 2. Oct.,18. Nov. und 20. Dec. berechnet, indem angenom-men ist, daß diese Geschäfte auf Veranlasfung desBerliner Hauses, alle übrigen aber auf die eigeneVeranlassung des Leipziger Hauses gemacht sind(man sehe was schon in dem Artikel Buchhaltung,S. 218 und 219, hierüber gesagt ist). Auch würdenüber ein Jahresgefchäft wie dieses nieist zwei Contengeführt werden und das eine, welches die oben er-wähnten Posten enthielte, würde man im Bucheüberschreiben: Gebr. Trinius in Berlin — ihre Rech-nung (oder: Conto loro), das andere aber, welchesalle anderen Posten enthielte, würde die Ueberschrift:Kehr. Trinius in Berlin — unsere Rechnung (oberConto nostro) erhalten (man sehe ebendaselbst). —Es versteht sich von selbst, daß man die Zinsen auchauf jeden einzelnen Posten völlig ausrechnen kann,in welchem Fall man sie an die Stelle der in unserenContocorrenten stehenden Produkte schreibt, und die-ses Verfahren muß ganz den nämlichen Zinsensaldoergeben; da es aber viel weitläufiger ist, als dieRechnung mit den Produkten, so wird es selten odernie angewendet.

Sehr oft schreibt ein Bankier, welcher einem an-deren Hause Rechnung giebt, dem letzteren gar keineZinsen gut, wenn es bei ihm gut hat, sondern de-bitirt ihm nur Zinsen, wenn es ihm schuldet, oderes schreibt dem anderen Hause, wenn dasselbe gut

! hat, die Zinsen zu einem niedrigeren Zinsfüße gut,als er sie ihm debitirt, wenn es ihm schuldet. Diesheißt aber nicht, daß die höhere oder niedrigere Zin-senberechnung davon abhängt, ob sich zuletzt einZinsensaldo im Debet oder im Credit ergiebt, son-dern es kommt dabei darauf an, welcher von beidenTheilen zu jeder Zeit bei dem anderen gut hat oderihm schuldet, und die Zinsen müssen immer auf denSaldo, wie er sich jedesmal stellt, zu dem festgesetz-ten Zinsfüße berechnet werden. Dies kann daher,wie schon erwähnt, nicht anders geschehen, als nachder sogenannten Stufen- oder Staffelrech-nung und man erhält ein ganz unrichtiges Resultat,wenn man, wie dies merkwürdigerweise noch immerzuweilen geschieht, das Conto im Buche und dasContocorrent auf die nämliche Weise bildet, wie beigleichen Zinsfüßen, und dann nur den Produkten-saldo zu dem höheren oder niederen Zinssuße berech-net , je nachdem er im Debet oder im Credit steht. Esist um so sonderbarer, daß das Letztere noch immergeschieht, als der Aussteller des Contocorrents sichdabei oft selbst schadet. Ist nämlich der Zinsensaldoim Debet, so ist das Resultat das nämliche, als wennauf beiden Seiten die Zinsen zu dem nämlichenZinsfüße berechnet werden und es wird mithin z uwenig debitirt; ist er dagegen im Credit, so wirdzu viel debitirt. — Wir lassen auf Seite 344einen Rechnungsauszug nach der Stusenrechnungals Probe folgen, aus dem man die Einrichtung des-selben ersteht, und legen demselben unser ContocorrentNr. 1 zum Grunde, berechnen aber für die Debet-saldi 5°/« und für die Creditsaldi 4°/« Zinsen.

Contocorrent

343

Contocorrent

111 Berlin.

1862

Jan.

ifärz

Apr.

Juni

Aug.

Oct

A'üv.

Dec.

1863 .

Jan.

1862 .

Dec.

Sahen.

20.

Baarsendung..

340

2196400

6460

5

8.

u/Tratte 0/N. N.

292

1022000

[ 3500

19.

Rim*. auf "Wien.

251

720872

I 2872

12

30.

do, „ hier.

180

1058400

5880

15.

u/Tratte 0/N. N.

135

164970

1221

24

2.

Gesandte Action .

88

731280

8310

s

18.

u/Tratte auf N. N. in Hamburg

42

315462

7510

18

20.

Rim*. auf Breslau .

10

40000

2000

10.

do. „ hier ....

10

12000

1200

—

31.

Saldo der rothen Produkte.

Usoooi

Produkten-Saldo.

1503032

„

Saldo uns ... . .

3151

Q

7840416

42109

9

Irrthum vorbehalten.

Leipzig, d. 1. Jan. 1863.

C. A. Silber H Co.

Bei ungleichen Zinsfüßen fertigt man jedoch hän-ein gewöhnliches Contocorrent ohne Zinsen ausUnd berechnet die Zinsen auf einem besonderen Blatte,vorauf man nur den Saldo desselben in das Conto-corrent bringt. — Die Beifügung des Musters einesContocorrents ohne Zinsen, wie es z. B. ein Waa-renhändler ausstellen würde, glauben wir unterlassenzu dürfen, da es, wie schon erwähnt, nichts An-dres ist, als die mit dem Abschluß versehene Ab-schrift des Contos, und übrigens die Form aus denobigen Mustern hinlänglich zu ersehen ist.

Bei der Absendung eines Contocorrents ersuchtwan den Adressaten, es mit seinen Büchern zu ver-S^ichrn und den Saldo dann gleichsörmig unter dem

[ Datum der Ausstellung desselben vorzutragen. Fin-det der andere Theil eine Unrichtigkeit, so muß er esdem Aussteller sobald als möglich anzeigen, damitsie geordnet werden kann, und ebenso zeigt er es ihm,wenigstens in seinem nächsten Briefe, an, wenn erdas Contocorrent richtig befunden hat. Wenn dannbeide Theile über den Saldo einig sind, schließt jederdas Conto in seinem Buche gleichförmig ab. — Wennman ein Contocorrent einige Zeit nach dem Abschluß-tage abschickt und es sind mittlerweile wieder Geschäftemit dem betreffenden Handlungsfreunde vorgefallen,so giebt man die Posten oft nach dem Abschlüsse imDebet oder im Credit, wohin sie gehören, an, ohnejedoch auss neue den Saldo zu ziehen.